Weihnachten feiern in Tschechien

von Redaktion

Ein Einblick in die Traditionen von Misha Xhylani und ihrer Familie

Misha Xhylani ist in Pilsen in Tschechien geboren, wohnt aber schon seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Edling. Voller Vorfreude auf das Fest gibt sie Einblicke, wie in ihrer Heimat Weihnachten gefeiert wird:

„Traditionell essen wir an Heiligabend Karpfen mit Kartoffelsalat. Eine tschechische Legende besagt, dass, wenn man einige Schuppen des Karpfens in sein Portemonnaie steckt und sie ein ganzes Jahr darin aufbewahrt, man Glück hat und man reich wird! Mein Vater hat immer Karpfen gekauft, aber wir haben den Fisch nie gegessen, wir Kinder haben den Fisch in der Badewanne schwimmen lassen und danach schön im See frei gelassen“, erzählt Misha Xhylani lachend.

Wenn der Abendstern am Himmel zu sehen ist, wird das Weihnachtsmahl serviert. Suppe, Fisch und Fleisch nach Belieben mit Kartoffelsalat.

„Mein Vater hat uns Kindern immer gesagt, wenn wir den ganzen Tag nicht essen, dann werden wir abends ein goldenes Schwein sehen, natürlich haben wir immer daran geglaubt. Das Schwein haben wir aber nie gesehen. Wenn wir unseren Vater Fragen dazu stellten, meinte er nur, dass der Weihnachtsmann bald kommt. Das goldene Schwein war für uns Kinder dann nicht mehr wichtig“, so die Edlingerin.

Märchen und voll
beladene Tische

Besonders in Tschechien sei, dass an Weihnachten gerne Märchen angeschaut werden. Zu den beliebtesten zählen unter anderem Aschenbrödel oder die Prinzessin mit dem goldenen Stern.

Ein tschechischer Tisch an Weihnachten ist überladen und voll mit allerlei Knabbereien und kleinen Leckereien. Dabei dürfen Plätzchen und belegtes Baguette (tschechisch „Chlebicky“), nicht fehlen, erzählt Misha Xhylani.

Für „Chlebicky“ werden traditionell Brotschnitten belegt mit Kartoffelsalat oder Eiersalat, darauf kommt Salami oder Schinken, gekochtes Ei, Schnittkäse, Essiggurke oder frische Paprika. Was dazu nicht fehlen darf, sind „Chutovky“. Sonst mit einer besonderen Art von Semmelstange zubereitet, benutzt Misha Xhylani zur Zubereitung in Deutschland dafür alternativ Brezelstangen.

Jede tschechische Familie hat ihre eigene Tradition. Bei der Familie von Misha Xhylani gibt es am 24. Dezember Schnitzel mit Kartoffel- und Eiersalat. Auf dem Tisch stehen außerdem natürlich auch „Chlebicky“ und „Chutovky“, süße Plätzchen und geräucherte Rippchen.

Der zweite Weihnachtsfeiertag wird in Tschechien ebenso gefeiert. Für Misha Xhylani und ihre Familie ist der 26. Dezember zusätzlich jedes Jahr ein besonderer Tag. „An diesem Datum feiern wir den Geburtstag von meiner Mama, dieses Jahr wird sie 70 Jahre alt, das wird natürlich gebührend gefeiert“, erzählt sie.

Rezept für „Chutovky“:

Butter, Schmelzkäse, Knoblauch (pressen) und Pfeffer in eine Schüssel oder einen tieferen Teller geben und alles zusammen mit einer Gabel zerkleinern, bis ein Aufstrich entsteht. Die Brezelstangen werden dann in Scheiben geschnitten und mit dem Aufstrich bestrichen. Garniert dann gerne mit Salami und einer Scheibe Essiggurke.

Rezept für das traditionelle, tschechische Essen am 25. Dezember „Holubky – Kohlrouladen“:

Einen ganzen Kohlkopf in einen Topf geben, mit einem Deckel abdecken und halbweich kochen. Der Kohl muss nicht komplett untergetaucht werden. Aus dem Wasser nehmen und vollständig abkühlen lassen. Vom Krautkopf werden dann die Blätter einzeln abgezogen und die Stiele ausgelöst.

Rohen Reis in Wasser abspülen und in eine vorbereitete Schüssel geben. Dann Hackfleisch und Salz hinzufügen. Paprika, Ei und Semmelbrösel. Nun die Mischung kräftig durchkneten.

Anschließend werden kleine Teile aus der Masse genommen und die Krautblätter damit gefüllt. Die entstandenen Rollen dicht nebeneinander in eine Auflaufform legen. Dazu geräucherte Schweinerippchen legen. Alles mit Wasser übergießen, langsam aufkochen und kochen lassen oder nach Wahl auch im Backofen backen lassen. Nach 20 Minuten auf die Seite legen.

In einem Topf wird nun das Tomatenmark aufgekocht und mit Zucker und Salz gewürzt. Diese Soße mit Mehlschwitze andicken, sie darf allerdings auch nicht zu dickflüssig sein!

Die Kohlrouladen mit der Soße übergießen, langsam kochen oder im Backofen für etwa 30 Minuten backen lassen. „Holubky“ wird pur, also ohne Beilagen, oder mit einer Scheibe Brot gegessen. obm

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