Nachbarschaft, die hilft

von Redaktion

Prien/Chiemgau – Die Wochen vor Weihnachten sind in der Regel in besonderer Weise von der Bereitschaft zu helfen und zu schenken geprägt. Für ein ausgewogenes gesellschaftliches Zusammenleben bedarf es allerdings einer ganzjährigen aktiven Aufmerksamkeit. Dies gilt in der Familie ebenso wie in der sprichwörtlich guten Nachbarschaft. Mit Blick auf die Nachbarschaft gibt es in vielen Gemeinden eigens ins Leben gerufene Vereine, in denen sich Ehrenamtliche darum kümmern, dass betagte, kranke und einsame Menschen das ganze Jahr über Unterstützung erfahren können.

Für die Nachbarn
einkaufen gehen

Ein Beispiel für das Zusammenleben in guter Nachbarschaft ist der Verein „Hilfe für Bürgerinnen und Bürger Prien a. Chiemsee e.V.“ (www.priener-helfen.de). Ihr Vorsitzender Fritz Seipel ist während seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit vielen Menschen begegnet, für die kleine Hilfsdienste im Alltag große Auswirkungen hatten. „Viele Menschen können in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben, wenn ihnen bei Besorgungen und bei Gängen auf ein Amt mit Fahr- und Begleitdiensten geholfen wird“, weiß Fritz Seipel.

Entsprechend groß ist die Dankbarkeit, die ihm entgegengebracht wird. So ist es auch in der Atzinger Nachbarschaft mit den Eheleuten Günther und Margarethe Bär. Beide sind mit ihren 95 Jahren zwar noch recht rüstig, aber auf Unterstützung angewiesen – besonders wenn es ums Einkaufen geht. Für Fritz Seipel sind das dankbare Lächeln und ein herzlicher Händedruck ein erfüllender Lohn. Die nachbarschaftliche Hilfe für die Bewohnerinnen und Bewohner der Marktgemeinde Prien am Chiemsee kann vielseitig sein:

Familienhilfe, Kinderbetreuung, Hilfe im Haushalt und im häuslichen Umfeld oder eben Einkäufe und Fahrdienste. Zugute kommen soll die Hilfe älteren Menschen oder infolge von körperlichen, geistigen oder seelischen Problemen bedürftigen Personen.

Über den Verein hinaus sind die Seniorenbeauftragte Helga Stampfl und die Gemeinderätin Rosi Hell ganzjährig unterwegs, um Hilfe und Spenden zu koordinieren.

Unterstützt werden sie durch persönliches Engagement sowie durch Geld- und Sachspenden. „Unser Einkaufsservice wird zum Beispiel von Rotary und Lions-Clubs gefördert. Auch die Priener Geschäftswelt unterstützt uns“, sagen Helga Stampfl und Rosi Hell.

Unterstützung auch
im Verborgenen

Helfen will auch die Sterne-Bastel-Aktion des Priener Senioren-Programmes. So werden „Sterne für Menschen“ auf dem Priener Christkindlmarkt am Stand des Rotary-Clubs verkauft. Der Erlös kommt in voller Höhe den Bedürftigen von Prien und Umgebung zugute. In diesem Jahr sind die Einnahmen für die Chiemseer Tafel in Prien und Bad Endorf bestimmt. Vielen Menschen fällt es schwer, um Hilfe zu bitten, oder anzunehmen. Daher erfolgt vieles im Verborgenen.

Rimstinger aktivieren
Einkaufsbus

Auch in der Gemeinde Rimsting gibt es einen Bürgerhilfe-Verein. Claudia Haringer als Einsatzleiterin freut sich über jede Art der Unterstützung. Wer sich ehrenamtlich etwa beim Fahrdienst einbringen möchte, kann sich jederzeit an sie wenden.

Ganz aktuell ist von der Rimstinger Bürgerhilfe wie schon vor Corona der Einkaufsbus wieder initiiert worden. Jeden Donnerstag ab 14 Uhr holt der Bus die Rimstinger ab, die sich angemeldet haben. Gemeinsam geht es dann zum Edeka Summerer und nach dem Einkauf wieder nach Hause zurück.

Männer und Frauen, die Interesse haben, den Bürgerhilfe-Bus zu fahren, können sich auch im Rimstinger Rathaus an Karin Berka, unter Telefon 08051/687618 oder über die E-Mail-Adresse standesamt@ rimsting.de wenden.

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