Auf neuen Wegen

von Redaktion

Was hat eine Pendlerbrotzeit mit der Verkehrszukunft in Stephanskirchen zu tun? Sehr viel. Denn die Aktion, die im vergangenen Jahr zum dritten Mal im Rahmen des Stadtradelns durchgeführt wurde, gibt einen Überblick. Am 12. Juni vergangenen Jahres waren es gut 600 Fahrradfahrer, die am Schloßberg zwischen 6 und 9 Uhr morgens gezählt wurden und zur Stärkung für ihre weitere Fahrt eine Breze oder einen Müsliriegel bekamen.

Zählt man alle Radler hinzu, die auf anderen Strecken unterwegs waren, so rechnete Frank Wiens, der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde hoch, dann kam man an diesem Morgen auf ungefähr 1000 Radler, die ihr Fahrrad benützten, um zu Arbeit oder Schule zu kommen.

Das Fahrrad ist also schon jetzt in Stephanskirchen eine Verkehrsalternative von ansehnlicher Größe. Sie bekäme aber noch mehr Gewicht, wenn den Radverkehrsstrecken nur ein Bruchteil der Aufmerksamkeit zuteilwürde, die man in Städten und Gemeinden über Jahrzehnte hinweg dem Autoverkehr vorbehielt.

Dieser Überzeugung ist man auch in Gemeinderat und Gemeindeverwaltung und hat sich deshalb daran gemacht, zusammen mit den Bürgern ein Radwegeverkehrskonzept zu erarbeiten. Dessen Grundlage ist zunächst einmal ein Radroutennetz, das „Quell- und Zielorte“ der Radler über möglichst direkte Routen verbindet. Und auch hier wieder kommt das Stadtradeln ins Spiel.

Bewegungsbild
wurde erstellt

Wer nämlich seine Routendaten während der Stadtradel-Aktionen abrufbar machte, half dabei, ein Bewegungsbild des Radverkehrs zu erstellen: Welche Ziele werden hauptsächlich angefahren und welche Routen werden dabei benutzt.

Möglichst direkte Verbindungen zu den Zielen sind eine gute Grundlage, die entsprechenden Routen müssen aber auch sicher und bequem zu fahren sind, erst dann wird „Pendler-Radeln“ so richtig attraktiv. Genau, um das heraus zu finden, war ein Workshop ein wichtiger Teil des Entwicklungsprojektes. Alle radelnden Bürger waren eingeladen, ihre Wünsche zu nennen aber auch die Problemstellen aufzuzeigen, die entlang jener Strecken bestehen, die sich als Radhauptverkehrsrouten herauszukristallisieren begannen. Die Resonanz auf diesen Workshop war mit über einhundert Teilnehmern überraschend groß. Entsprechend vielfältig waren auch die Anregungen für das zukünftige Konzept, die aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger kamen.

Konzeptentwurf bis
Ende des Jahres

Mit einem fertigen Konzeptentwurf ist nun bis zum Ende des Jahres zu rechnen. Doch dann fängt die eigentliche Arbeit, die der Umsetzung nämlich erst an, wie Bürgermeister Karl Mair betont. Eine Arbeit, die sicher auch Geduld und langem Atem brauchen wird, denn viele Radverkehrsrouten, das ist jetzt schon klar, verlaufen auf oder neben Staatsstraßen. Das bedeutet, dass jede erwünschte Baumaßnahme einen nicht unerheblichen Genehmigungsweg durchlaufen müssen wird. Nichtsdestotrotz: Der erste entscheidende Schritt in Sachen mehr Verkehrsvielfalt für Stephanskirchen ist bereits erfolgt. jt

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