Den Dorfkern erhalten

von Redaktion

In Breitbrunn mit seinen gut 1500 Einwohnern haben sich zahlreiche kleine Betriebe niedergelassen. Für eine Erweiterung des Mischgebiets aber gibt es keine Flächen. Bürgermeister Baumgartner betont, dass man sich im Gemeinderat einig sei, dass der Ortskern im Bestand und in der Nutzung zu sichern ist und dass man kein Trabantendorf werde wolle. Deshalb wurde 2018 eine Veränderungssperre erlassen, um den Ortskern zu sichern. Der Bebauungsplan Ortsmitte ist seit Mitte 2022 rechtskräftig. Dadurch konnte man den Abbruch des Weingartnerhäusls verhindern.

Nahversorger
gewünscht?

Auch ein betreutes Wohnen mitten im Ort wäre eine gute Sache. Breitbrunn hat keinen Nahversorger mehr im Ort, nicht einmal mehr einen Bäcker. Es wäre wünschenswert, hier etwas mehr anbieten zu können. Baumgartner fragt dennoch: Braucht es wirklich in jedem Ort einen Nahversorger? Viele fahren doch mit dem Auto zum Einkaufen, eben weil man gerade dort vor Ort ist. Und die Einkaufsmöglichkeiten rundherum sind vielfältig. Sollte Gstadt, das derzeit die Ansiedlung eines Nahversorgers plant, diesbezüglich wirklich in naher Zukunft aufrüsten, dann wäre Breitbrunn mehr als sehr gut versorgt. Baumgartner sieht es so: „Ein Dorfladen im Ort, das muss aus unserem Dorf kommen und die Leute müssen dort aus Überzeugung einkaufen wollen. Ein Dorfladen funktioniert ohne Rückhalt nicht.“ Das ehemalige „Thalhauser“-Anwesen und die Kapelle in der Ortsmitte gehören der Gemeinde. Auch hier gilt: Ohne Bürger geht nichts. Was will man mit dem Gebäude in sehr prominenter Lage anfangen? Heuer soll es losgehen, mit einem Flyer und einer Infoveranstaltung wolle man gemeinsam mit den Bürgern überlegen, was aus der Immobilie werden kann und was es für den Ort braucht.

Viele Aufgaben stehen auf der Agenda der Gemeinde Breitbrunn in 2025: Die Gemeinde will aber auch selbst bezahlbare Mietwohnungen schaffen. Und auch im Ortskern soll sich was bewegen: „Beim früheren Fuhrunternehmen Thalhauser am Ortsweiher muss was passieren“, so Bürgermeister Baumgartner.

Und wie steht es um die Energieversorgung im Ort? Der Gemeinde Breitbrunn liegt der sorgsame Umgang mit den Ressourcen am Herzen, weshalb sie sich dem Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel angeschlossen hat, das über LEADER zustande kam. Das Energienetzwerk, das mittlerweile 31 Gemeinden und Städten in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting und Rosenheim umfasst, hat das Ziel, das Thema „Energie“ wieder in die Hand der Kommunen zu legen. Konkret könnten in Breitbrunn Wohngebiete an ein Wärmenetz angeschlossen werden. elk

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