Den eigenen Ort aktiv mitgestalten – das ist der Kerngedanke von ISEK, dem „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“. Dieses Programm ist in Großkarolinenfeld erfolgreich gestartet. Gemeinsam mit den Bürgern wird dabei die zukünftige Ausrichtung der Orte Großkarolinenfeld und Tattenhausen gestaltet.
Wunsch nach Nachverdichtung
In Tattenhausen gibt es schon länger den Wunsch nach Nachverdichtung. Gleichzeitig hat das Dorf in letzter Zeit öfter mit Hochwasser zu kämpfen, was die Frage nach der Kapazität des Kanalsystems aufkommen ließ. Um weitere Überschwemmungen zu verhindern, wurde zwar bereits eine Regenrückhalteanlage geplant. Nichtsdestotrotz wird man das Kanalsystem aufdimensionieren müssen. Die Fragen, die sich in Tattenhausen stellen, lauten daher zum Beispiel: Wie viel neue Ansiedlung wird es geben? Wie muss der Kanal dafür beschaffen sein? Und wie kann die Lebensqualität insgesamt verbessert werden, etwa in puncto Verkehrsbelastung oder Nahversorgung?
In Großkarolinenfeld gibt es dagegen gleich eine ganze Liste an konkret anstehenden Projekten. Doch sie beeinflussen sich teilweise gegenseitig, was die Planung komplex macht. So ist ein neuer Kindergarten vorgesehen und auch wünscht man sich eine „Dritte Röhre“, einen weiteren Tunnel für Fußgänger und Radfahrer unter den Bahngleisen. Bei Bauvorhaben an der Bahnstrecke ist man außerdem von Streckensperrungen auf der Schiene abhängig. In welcher Zeitschiene soll also welches Projekt ablaufen? Wie beeinflusst das die Verkehrsströme? Und was lässt sich überhaupt finanzieren?
Das ISEK soll die Vorhaben sortieren und aufeinander abstimmen. Das Konzept wird von der Städtebauförderung finanziell unterstützt und ist auch Voraussetzung, um Fördermittel für die Projekte selbst zu bekommen. Begleitet wird das ISEK von Fachbüros.
Bürger aktiv dabei bei Ortsentwicklung
Die Bürger sind intensiv beteiligt. Los ging der Prozess mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus. Es folgten Kreativwerkstätten in Großkarolinenfeld und Tattenhausen, bei denen die Bürger ihre Ideen einbringen konnten. Nach rund zwei Jahren soll das Konzept stehen, das einen Maßnahmenplan für die nächsten 15 Jahre empfiehlt. Dieser wird dann dem Gemeinderat vorgelegt, damit er über Vorhaben entscheidet und sie in die Wege leitet. khe