Kolumbiens Trendmetropole Medellín

von Redaktion

Medellín gilt als supercool. Doch der Hype um eine der einst gefährlichsten Städte der Welt hat auch Schatten- seiten. Ein Überblick über spannende Viertel und Touren.

In Medellín baute der Drogenbaron Pablo Escobar einst sein berüchtigtes Kokain-Kartell auf. Zugleich tobte im Land der Krieg zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc-Guerilla. Die „Stadt des ewigen Frühlings“, idyllisch in einem Andental gelegen und mit mildem Klima gesegnet, war Anfang der 1990er-Jahre einer der gefährlichsten Orte der Welt. Doch es hat sich viel getan.

Medellín ist zur innovativen Trendmetropole Südamerikas aufgestiegen, die Start-ups, digitale Nomaden und Reisende anzieht. Die Stadt hat kräftig in die Infrastruktur investiert, in Parks, Bibliotheken, ein Metronetz und die viel gerühmten Seilbahnen zur Anbindung der Armenviertel ans Zentrum. Grüne Korridore kühlen die Stadt herunter. Kolumbiens zweitgrößte Stadt präsentiert sich heute kosmopolitisch.

Wer durch Kolumbien reist, sollte sich Medellín also nicht entgehen lassen. Vier spannende Viertel im Kurzporträt:

La Candelaria: Kultur-
und Geschäftszentrum

Die Plaza Botero schmücken 23 Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero. Das Kulturzentrum Rafael Uribe fällt schon durch seine neugotische Architektur ins Auge. Auf dem San-Antonio-Platz wurde als Mahnmal ein Botero-Vogel aus Bronze stehen gelassen, der 1995 bei einem Bombenattentat zerfetzt wurde. Kunstinteressierte besuchen das Museo de Antioquia. Ein Abstecher lohnt sich auch zum botanischen Garten nördlich des Zentrums.

Tipp: Das futuristische Museo Casa de la Memoria erinnert an die Opfer des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

Comuna 13:
Ehemaliges Drogenkartell-Viertel

In der Comuna 13 wurde früher der Krieg der Drogenkartelle, Guerillas und Paramilitärs ausgefochten. Nach dem Ende der Gewalt wurde aus der Comuna 13 ein Touristenziel, heute steht sie als Symbol für die Transformation der Stadt.

Einheimische bringen den Besuchern die Geschichte näher, wobei sich historische Fakten und persönliche Anekdoten bei den Touren vermischen.

Tipp: Einen Ausflug nach Envigado machen. Die Gemeinde am südlichen Stadtrand hat einen entspannten Vibe, mit lebendigen Märkten.

El Poblado:
Expat-Treff und Partymeile

Boutique-Hotels mit Dachterrassen, schicke Restaurants und Brunch-Lokale und vor allem ein Nachtleben wie ein dröhnender Fiebertraum: El Poblado ist das wohlhabendste und sicherste Viertel der Stadt, in dem sich die internationale Community zum Lunch trifft. Abends spielt die Musik in den Straßen rund um den Lleras-Park.

Die Kehrseite dieser ausgelassenen Party ist die Prostitution. Auch Koks wird ungeniert verkauft.

Tipp: Zum Brunch ins Azai Praia Lovers, fürs Dinner ins X.O.

Laureles: Ruhiges und
authentisches Medellín

Das Wohnviertel nördlich des Flughafens ist die entspannte Alternative zu El Poblado und hat sich authentischen Charme bewahrt. Ein Erlebnis hier ist der Besuch einer Fonda (beispielsweise im La Chismosa in der Calle 70), einer typisch kolumbianischen Gastro-Kneipe, in der bei greller Deko traditionelle Hausmannskost auf den Tisch kommt.

Tipp: Zum Sundowner mit Rundumsicht fahren viele auf den Pueblito Paisa unweit von Laureles. Hier wurde auch ein typisches Dorf der Region Antioquia nachgebaut. P. Laage/dpa

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