Was soll auf dem Hitzelsberg entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt man sich in Bernau schon länger. 2012 wurde der Hitzelsberg für 5,9 Millionen Euro ersteigert, und bereits vor vielen Jahren hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich für die touristische Nutzung des Hitzelsberges und die Ansiedelung eines hochwertigen Hotels ausgesprochen. Die Firma Herecon erklärte sich bereit, nach den Wünschen der Gemeinde zu investieren und dort ein großes Hotel mit entsprechender Erschließungsstraße zu errichten.
Doch seit Corona hat sich das Urlaubsverhalten massiv verändert und auch die Erschließungsstraße wurde von naturschutzrechtlicher Seite immer massiv wieder in Frage gestellt. Die Planer entwickelten daraufhin eine neue Idee: Statt eines großen Hotelkomplexes soll ein Chaletdorf entstehen. Der Gutshof wird weiter als Firmengebäude genutzt, der Glaspavillon wird ein Restaurant, das für alle zugänglich sein soll. Gut verteilt und in aufgelockerter Bauweise sollen kleine Chaletanlagen entstehen. Auch wurde die Erschließungsstraße vom Kreisel aus gestrichen. Durch diese Lösung konnten über 5000 Quadratmeter Flächenversiegelung gespart werden. Die ökologisch hochwertigen Flächen auf der Kuppe und dem Südhang werden nicht tangiert. Der größte Teil des Chaletdorfes wird auf der bereits bestehenden Asphaltfläche errichtet.
In einem Bürgerentscheid im November entschieden sich die Bernauer allerdings mit knapper Mehrheit gegen die Pläne. Bei einer Nachlese in der darauffolgenden Gemeinderatssitzung zog Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber Bilanz: Ihre Bürgermeisterkollegen seien ob des Entscheids entsetzt gewesen. Auch die Mitglieder des Gemeinderates zeigten sich enttäuscht. Man habe nun zwölf Jahre lang für eine gute Lösung für Bernau und den Hitzelsberg in Verwaltung und Gemeinderat gekämpft. Dennoch wollte die Bürgermeisterin allen für den Einsatz danken. Das Ergebnis müsse man respektieren. Sie empfahl: „Deckel drauf und schauen, wie es weiter- geht.“ elk