Zahlreiche Bauprojekte stehen auf der Agenda der Marktgemeinde Prien: Ein neuer Kindergarten in Wildenwart, der Hochwasserschutz mit Sanierung der Ufermauern im Zentrum an der Prien, die Erweiterung des Nahwärmenetzes, die Umrüstung der Beleuchtung auf LED in der Mittelschule, dem Kindergarten und in der Seestraße. An Tiefbaumaßnahmen sollen unter anderem im Zuge der Glasfaserverlegung der Telekom die Gehwege an der Carl-Braun-Straße saniert werden.
Schwierige Themen sind der soziale Wohnungsbau und bezahlbarer Wohnraum: Die Baupreise sind hoch und der Markt Prien hat keine geeigneten Grundstücke, wie Bürgermeister Andreas Friedrich beschreibt. Dazu kommt, dass das Platzangebot wegen der Naturschutzgebiete Priental und Chiemsee begrenzt ist. Auf einem Grundstück in Trautersdorf konnte die Marktgemeinde zusammen mit der landkreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft das Wohnquartier Trautersdorf entwickeln.
Mehr Wohnraum
Hier sollen insgesamt 48 Wohnungen entstehen, darunter auch sozialgebundener Wohnraum mit EOF-Förderung. Ende Juni 2024 konnte das erste Objekt mit zwölf Wohnungen eingeweiht werden. Unmittelbar darunter sollen drei weitere Häuser mit jeweils bis zu zwölf Wohneinheiten entstehen.
Die Fortführung dieses Projektes ist allerdings stark abhängig von der weiteren Entwicklung der Baukosten. Die Insolvenzanmeldung der MARO Genossenschaft, aber auch die allgemeine Entwicklung in der Bauwirtschaft zeigen, so Friedrich, dass es jetzt nicht unbedingt die beste Zeit ist, neue Wohnbauprojekte in Angriff zu nehmen. Es sei noch immer eine deutliche Zurückhaltung bei der Entwicklung neuer Bauprojekte zu spüren. Auch seien die Grundstückspreise noch gefühlt zu hoch. Das Bauen in der Zukunft werde deshalb noch mehr Nachverdichtung der bestehenden Siedlungsflächen und vor allem eine Entwicklung in die Höhe mit sich bringen – unabhängig von der Wohnform.
Eine unerfreuliche Nachricht gab es im Bereich Nahversorgung: Die Post hat ihre Pforten Mitte 2024 geschlossen. Eine Ersatz-Postfiliale gibt es an der AVIA-Tankstelle. Der Post-Service funktioniere gut und zuverlässig, aber dennoch sei die Schließung der Post-Filiale bedauerlich, betont der Bürgermeister.
Als Trauerspiel bezeichnet der Rathauschef die Posse um das fehlende Dach am Priener Bahnhof. Im Mai 2023 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion die Dächer abmontiert. Dabei wurden die 1911 errichteten Bahnsteigdächer Ende 2017 als „einzigartiges Zeugnis bayerischer Industriekultur“ in die Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgenommen. Nicht nur die Stützen, sondern auch alle Bahnfahrenden stehen seitdem im Regen. Noch immer wartet die Marktgemeinde auf eine Antwort der Bahn, wann sich diese Situation ändert. Auch der Fahrkartenschalter der Bahn wird schließen. Einerseits eine ärgerliche Sache, sagt Friedrich. Aber andererseits soll laut DB künftig im DB-Store ein Fahrkartenkauf samt Beratung möglich sein. Und der Shop habe deutlich länger offen als der Schalter.elk