Schüler des Garser Gymnasiums der Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 erlebten einen spannenden Vormittag mit Zeitzeuge Aribert Martin zur Entführung des Flugzeugs „Landshut“ 1977. Der ehemalige Grenzschutzbeamte schilderte die dramatischen Momente der Erstürmung: „Bleibt es ruhig oder explodiert jetzt alles?“
Der Vortrag entstand auf Initiative von Lehrer Martin Göller und beleuchtete den „Deutschen Herbst 1977“. Frustration über alte NS-Strukturen führte zu Radikalisierung auf beiden Seiten: Die RAF verübte Anschläge, während die GSG 9 als Sondereinheit gegründet wurde. Die Entführung der „Landshut“ sollte RAF-Mitglieder freipressen. Fünf Tage lang litten 86 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder unter unmenschlichen Bedingungen. Der Film „Mogadischu“ zeigte Politiker, die klare Entscheidungen trafen. Da Verhandlungen scheiterten, landete das Flugzeug letztlich in Mogadischu.
Martin erinnerte sich besonders an die unerträglichen Bedingungen an Bord: Hitze, Gestank, Gewalt. Als einer der ersten stürmte er das Flugzeug – der Einsatz gelang, auch dank vorheriger Übungen. Ein Junge schilderte ihm später die Erschießung des Kapitäns. Mit 21 war Martin fünf Jahre bei der GSG 9. Nach dem gefeierten Einsatz wechselte er in die Finanzbranche, heute ist er Rentner. kg