Nußdorf geht es wie den meisten Gemeinden in der Region: Die Einnahmen werden in absehbarer Zukunft kaum steigen. Im Gegenteil. Man ist schon froh, wenn das bisherige Niveau beibehalten werden kann und keine größeren Einbrüche zu verzeichnen sind.
Die Ausgabenseite aber steigt unaufhörlich: Jede einzelne Aufgabe, die die Gemeinde zu schultern hat, verzeichnet steigende Kosten, dabei werden die Aufgaben immer zahlreicher. Nur ein Beispiel: Räumlich sicherzustellen, dass es ab 2026 in den Grundschulen eine Ganztagesbetreuung geben kann, die ab dann gesetzlich vorgeschrieben ist – das ist Sache der Gemeinden.
Querungshilfe und
Innbrückengeländer
Vor diesem Hintergrund ist es eine große Leistung, wenn eine Gemeinde wie Nußdorf daneben auch noch Investitionsleistungen stemmen kann, wie 2024 mit der Erneuerung der Straßen im Ortskern geschehen, inklusive einer Querungsinsel bei der Bushaltestelle Brannenburger Schulwegkreuzung Straße/am westlichen Ortseingang. Zwar übernahm die Finanzierung des reinen Straßenparts die Straßenbaubehörde, weil es sich um Staatsstraßen handelt.
Aber das ganze Drumherum, etwa die Ertüchtigung, teilweise die Ersterstellung von Gehwegen lastete auf dem Finanzsäckel der Gemeinde. Genauer gesagt waren das eine Million von den 2,8 Millionen der gesamten Baumaßnahme. Mit der Neugestaltung des Innbrückengeländers gelang es auch dort das Freibord zu erweitern: ein weiterer Schritt für eine sichere und bessere Anbindung des nichtmotorisierten Verkehrs über den Inn.
Der Haushalt war also schon gut ausgelastet, als im Juni noch das Hochwasser kam. Die Verbauung in der Ortsmitte, die in den letzten Jahren unter großen finanziellen Anstrengungen fertiggestellt worden war, hat glücklicherweise ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt. Erhebliche Kosten entstanden dennoch – für das Säubern und Aufräumen in und entlang den Bächen.
Weiter aufräumen
im Mühltal
Deutlich schlimmer aber hat es das Mühltal erwischt – wo dort vor dem Hochwasser eine Straße war, ist jetzt sozusagen nichts mehr. Die Wiederherstellung – zunächst die Erstellung eines Hochwasserschutzes, dann die Erneuerung der Straße – ist ein Projekt, das nicht nur das Wasserwirtschaftsamt, sondern auch die Gemeinde selbst in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen wird. Immerhin steht dem Ganzen ein positiver Faktor gegenüber, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Nußdorf ist eine überaus lebendige Gemeinde und das Zusammenstehen gerade bei Ereignissen wie dem Hochwasser etwas, auf das man sich hundertprozentig verlassen kann. Auch die Bereitschaft, die Einschränkungen während des Straßenausbaus mitzutragen, zählt für Bürgermeisterin Susanne Grandauer dazu. Dies alles rührt sicher auch daher, weil Zusammenhalt und Gemeinsamkeit auch sonst im Ortsleben groß geschrieben werden – die zahlreichen Feste, die im Ort gefeiert werden, belegen das. Vor diesem Hintergrund aus betrachtet, sieht die Zukunft Nußdorfs eigentlich durchaus positiv aus, auch wenn die Gemeinde noch sorgsamer wird haushalten müssen, als sie es bislang eh schon tat. Bürgermeisterin Susanne Grandauer hofft dabei auch darauf, dass derartige Haushaltsdisziplin nicht nur den Gemeinden aufgebürdet wird, sondern auch Landkreis und Bezirk ebenfalls weiterhin entsprechende Anstrengungen unternehmen werden. Vor allem aber: Dass endlich auch die staatlichen Finanzausgleichszahlungen mit den wachsenden Aufgaben steigen. jt