Eine lebendige Gemeinde

von Redaktion

Es ist eine Zahl, die alle im Rathaus – und nicht nur dort – froh stimmt: Bad Feilnbach hat im letzten Jahr wieder die Zahl von 300000 Übernachtungen erreicht. Schließlich sind die Gäste nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde, sie sind in gewissem Sinn auch zu einem Teil des Ortsbildes geworden.

Während der Corona-Jahre waren die Übernachtungen drastisch eingebrochen, lagen nur noch bei etwas über 200000 Gästen. Vor dem Hintergrund des Rekordjahres 2019 mit gut 350000 Übernachtungen schien dies umso dramatischer.

Dass sich der Tourismus in Bad Feilnbach so gut erholt hat und das Wunschziel von 300000 Übernachtungen wieder erreicht wurde, ist vor allem den Anstrengungen des gesamten „Tourismus-Teams“ zu verdanken. Und dazu zählen nicht nur Raphael Wagner mit seinen Mitarbeitern von der Kur- und Gästeinformation, sondern auch Gastronomie, das Gewerbe und vor allem auch die Vereine.

Für Raphael Wagner ist klar: Die Kur- und Gästeinformation könne nur Impulse geben, Voraussetzungen schaffen und Unterstützung leisten. Umgesetzt werden müssten die Ideen aber doch von den einzelnen Akteuren. Und das ist eigentlich auch gut so. Denn dadurch bleiben die Aktivitäten wirklich im Ort verwurzelt. Nichts wäre schlimmer, so sagen Raphael Wagner und Bürgermeister Max Singer übereinstimmend, als wenn dem Ort ein Tourismuskonzept gewissermaßen übergestülpt werden würde: Bad Feilnbach irgendwann als ein großes Freilichtmuseum für Touristen, eine Art Disney-Kitsch-Bayern – das wäre die absolute Horrorvorstellung. Nicht zuletzt die Vereine aber tragen dazu bei, dass es dazu nicht kommen wird. Sie konnten gerade im letzten Jahr viele Feste feiern: Etwa das Dirndl und Burschenfest in Dettendorf, die Feuerwehrfeste in Litzldorf und Au, die Fahnenweihe des Trachtenvereins Feilnbach, oder das Burschenfest in Wiechs. Keines davon für den Tourismus aufgezogen, alle eigentlich nur für die „Feilnbäcker“ selbst gedacht. Und gerade deshalb aber doch tourismuswirksam. Weil der Gast, wenn er will, hier an einem echten Ortsleben mit authentischem Brauchtum teilnehmen kann, und keine Bühnenfassade vorgesetzt bekommt.jt

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