Nicht umsonst gab es während der laufenden Legislaturperiode des Gemeinderates kaum eine Sitzung, in der es nicht vorrangig um Bauangelegenheiten ging. „Das liegt uns einfach besonders am Herzen, weil der Baufortschritt das Aussehen unserer 3662-Seelen-Gemeinde bestimmt und maßgeblich verändert“, weiß Bürgermeister Josef Eisner aus knapp fünfjähriger Amtserfahrung.
Unter seiner Federführung fasste das Gemeindegremium geradezu in Rekordgeschwindigkeit im zweiten Halbjahr 2024 den Aufstellungs-, Abwägungs- und Billigungsbeschluss über den Bebauungsplan Nr.24 „Klosterfeld“. Danach können die neuen Dienstgebäude des gemeindlichen Bauhofs und der örtlichen freiwilligen Feuerwehr geplant und errichtet werden. Neue Wohnhäuser sollen indes im bereits erschlossenen Gumattenkirchner Baugebiet „Isner Feld“ entstehen.
Ziel: Dorf-
gemeinschaftshaus
Diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses als künftige Heimstatt für die sechs ortsansässigen Vereine und Gruppierungen, das Platz neben dem vorhandenen Feuerwehrhaus findet. Trotz wirtschaftlich schwieriger Lage unterstützt der Gemeinderat das Vorhaben. Dafür setzt sich auch der eigens im Frühjahr 2024 gegründete gemeinnützige Verein mit seinen über 50 Mitgliedern ein.
Aber es existieren noch mehr rührige Vereine, Gruppierungen und Initiativen einzelner Bürgerinnen und Bürger, die gemeinsam helfen, ein abwechslungsreiches gesellschaftliches Leben in der Gemeinde zu entfalten. Bestes Beispiel dafür war der diesjährige Pfarrfasching mit dem 13. Mettenheimer Kappenabend. Über 50 Mitwirkende gestalteten in zwei Vorstellungen im Kulturhof für knapp 400 Gäste ein anspruchsvolles Programm aus Musik, Tanz, Akrobatik und Kabarett.
Schnell ausverkauft waren die Karten für den zweiten Mettenheimer Landjugendball, der bei seiner diesjährigen Neuauflage 200 stilvoll gekleidete Damen und Herren auf die Tanzfläche im Kulturhof in seinen Bann zog. Überregional bekannt und ein sportliches Großereignis in der Region ist der Mettenheimer Alleelauf. Die 36. Auflage wird heuer im Mai wieder der Lauf- und Gymnastiktreff mit rund 100 Helfern stemmen.
Mit wachsenden Dimensionen rechnen auch die Altschützen, die zu Jahresanfang das 18. Mettenheimer Bürgerschießen organisierten. Wie bei anderen Vereinen auch, bereiten sich viele Mitglieder langfristig auf weitere Traditionsveranstaltungen im Sommer und Herbst vor, so etwa auf den beliebten Südtiroler Abend.
Die gesunde Entwicklung der reizvoll im Isental gelegenen Gemeinde Mettenheim hängt jedoch maßgeblich von Steuereinnahmen und staatlichen Zuweisungen im laufenden Haushalt ab. Aktuellen Angaben zufolge schloss Ende des Jahres 2024 der Verwaltungshaushalt mit 7,797 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 4,239 Millionen Euro. Leider waren im gleichen Zeitraum sowohl die Gewerbesteuereinnahmen als auch die staatlichen Schlüsselzuweisungen rückläufig. Dagegen stieg die Kreisumlage und es kam zu Teuerungen bei den Personal- und Sachkosten.
Nach der moderaten Entnahme finanzieller Mittel aus der Rücklage und Tilgung überschaubarer Verbindlichkeiten ergab sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 349,14 Euro. Diese ist dem Erwerb künftigen Baugrunds geschuldet, aber wird beim künftigen Verkauf von Baugrund gemindert. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat eine neue, ab 1. Januar 2025 gültige Hebesatzsatzung für die Grundsteuer A (Flächen der Land- und Forstwirtschaft) mit 400 WE und für Grundsteuer B (un- und bebaute private und gewerbliche Grundstücke) mit 300 WE nach neuem Recht.
Höhere Hebesätze notwendig
Die Anpassung der Hebesätze erwies sich als notwendig. Davor lag die Gemeinde mit ihren Hebesätzen in Bayern im unteren Drittel und wurde von der Rechnungsprüfungsstelle kontinuierlich angemahnt. Generell versetzen Einnahmen die Gemeinde Mettenheim in die Lage, wie geplant in den Grunderwerb, die Infrastruktur, die Sanierung der Mehrzweckhalle, in die digitale Alarmierung der Feuerwehren und Anschaffung von Bauhof-Fahrzeugen zu investieren. kch