Neuer Brunnen ohne Genehmigung

von Redaktion

Das Projekt Wasserversorgung ist ein dringliches Thema für Bürgermeister und Gemeinderat. Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) versorgt den Ortsteil Vogtareuth – ohne Klinik und Reuther Feld – zusammen mit Eglham und Teilen von Weikering mit Wasser. Der Außenbereich wird von benachbarten Wasserversorgern abgedeckt. Zusätzlich bezieht die Gemeinde Wasser von der Schonstetter Gruppe für Windering, die Klinik und das Reuther Feld.

Die Quelle Zaisering bereitet dem Gemeindechef besondere Sorgen. Der dortige Brunnen, der bisher 130000 Kubikmeter Wasser pro Jahr lieferte, muss ersetzt werden. In den vergangenen Jahren schwankten die Nitratwerte zwar immer weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, dennoch musste das Wasser oft abgekocht werden. Inzwischen hat die Gemeinde Ersatz in Form des neuen Brunnens Lochen gefunden. Dieser liegt in der Nähe von Aign am Waldrand Richtung Hofstätter See.

Die Beprobung ergab eine sehr gute Wasserqualität. Zudem liegt der Brunnen zu 95 Prozent im Staatsforst. Ein weiterer Vorteil ist der kurze Transportweg des Wassers. Die Kosten für den Neubau des Brunnens samt Rohrleitungsbau belaufen sich auf 1,781 Millionen Euro. Die neue Anlage ist fertiggestellt, die alte Anlage wird nur noch geduldet. Allerdings steht die Genehmigung für die vorzeitige Entnahme noch aus. Eine unzureichende Trinkwasserversorgung verhindert die Ausweisung von Baugrundstücken in weiten Teilen der Gemeinde.

Wann darf der
Brunnen ans Netz?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Gemeinde die bisherigen Kosten für den Brunnen- und Leitungsbau der neuen Trinkwasserversorgung – gut 1,5 Millionen Euro – vorfinanziert hat. Den Verbesserungsbeitrag kann sie bei erst erheben, wenn der Brunnen ans Netz gehen darf. Solange das Geld nicht zurückfließt, liegen andere Investitionen auf Eis. Die Gemeinde hat nun eine Untätigkeitsklage gegen das Landratsamt eingereicht. Ein Urteil steht noch aus. elk

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