Prutting soll Dorf bleiben, aber gleichzeitig sind mit dem verstärkten Zuzug viele Einrichtungen zu klein geworden. Wie Bürgermeister Johannes Thusbaß erklärt, ist ein Entwicklungskonzept zur Gemeindeentwicklung abgeschlossen, muss aber weiter vorangetrieben werden.
In Wolkering Süd wurde ein Neubaugebiet ausgewiesen. Angedacht sind dort acht Einfamilienhäuser, die Erschließungsarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Um noch mehr Wohnraum zu schaffen, hat sich der Gemeinderat für ein neues Baulandmodell entschieden, das seit 2024 in Kraft ist. Das Baulandmodell Prutting sieht vor, dass bei allen Grundstücksverkäufen im Außenbereich die Gemeinde als Käufer auftritt. Nur in Ausnahmefällen könne direkt veräußert werden, doch selbst dann soll die weitere Planung aller etwaigen Bauvorhaben auf dem entsprechenden Grundstück in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden.
Wirtshaus soll
wiederbelebt werden
Ein wichtiger Punkt ist die Wiederbelebung des Wirtshauses. Seit 2016 ist es geschlossen, doch der Wunsch nach einem Wirtshaus im Ort treibt die Bürger um. Der Biergarten am Mösl, den die Vereine 2021 ins Leben riefen und der den Sommer über regen Zulauf erhielt, war einmal mehr ein Zeichen, dass es einen Treffpunkt im Ort braucht. Bei einem Bürgertreffen im ehemaligen Gasthaus zur Post kamen auch viele Anregungen, wie es weitergehen könnte.
Aktueller Stand: Nicht nur das Wirtshaus, sondern auch die Metzgerei stehen zur Verpachtung ausgeschrieben. Ideal wäre ein Betreiber sowohl für den Gasthof als auch für die Metzgerei. „Das muss aber nicht zwingend sein,“ betont der Rathauschef.
Neues
Seniorenwohnen
Gleich gegenüber dem Wirtshaus allerdings ist Leben eingezogen. Das Seniorenwohnheim am Dorfplatz wurde bezugsfertig. Die Idee eines betreuten Seniorenwohnheims gab es schon länger, doch die gemeindlichen Finanzen ließen das Vorhaben schnell an seine Grenzen stoßen. Mit der Heimat Bayern Wohnbau fand sich ein Investor, im Frühjahr 2022 erfolgte der Spatenstich. „Dahoam in Prutting“, das eigenständiges Leben in 23 Appartements sowie Wohnen mit 24-Stunden-Pflege in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft ermöglicht, ist in dem Gebäude angesiedelt. Zahlreiche Fördermittel wurden dem Projekt zugesprochen. So erhielt „Dahoam in Prutting“ 40000 Euro aus der der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt leben im Alter“ des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Und weitere 35000 Euro gewährte das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, um eine unterstützende Moderationen und seniorengerechte Ausstattung zu finanzieren. Offizielle Eröffnung war zwar erst im November, aber die ersten Senioren zogen schon im Sommer dort ein.
Beliebter Kirta-Markt
Dass der Platz gut gewählt ist und auch als Treffpunkt für Pruttinger Bürgerinnen und Bürger dient, zeigte sich schon vor der offiziellen Eröffnung der Wohnanlage. Denn der Bauernherbst, der traditionelle Kirta-Markt, bei dem Fieranten aus dem Ort aber auch aus der Region ihre Waren feilboten, wurde zum großen Teil auf dem Gelände der Seniorenanlage ausgerichtet.
Auch wurde der Platz des Biergartens „Zur Oidn Polizei“ aufgewertet. Schon vor zwei Jahren war dafür die Idee aufgekommen, den Platz am Mösl zu nutzen. Nunmehr also wurde der Bereich begradigt und mit frischem Kies versehen, so- dass er nun für verschiedene Veranstaltungen geeignet ist.
Ziel sei, so Bürgermeister Thusbaß, den Ortskern der Gemeinde noch attraktiver zu gestalten und ein vielfältiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten zu bieten.
Das Baderanwesen oder das Bolley-Haus, wie es in Prutting genannt wird, gegenüber dem Rathaus wird seit dem Sommer saniert. Seit 2021 ist es im Besitz der Gemeinde. Die Außensanierung ist bereits größtenteils abgeschlossen. Das Haus, das unterhalb der Kirche liegt und aus dem 16. Jahrhundert stammt, soll für das Dorf nutzbar gemacht werden. Viele Ideen wurden entwickelt, aber noch hat sich nichts Konkreteres ergeben. Hier wird man vorerst den weiteren Verlauf der Sanierung abwarten.elk