Ein wichtiges Ziel der Hartseegemeinde ist die Nachverdichtung, die vor allem durch die Überarbeitung oder Neuplanung von Bebauungsplänen erreicht werden soll. Dabei liegt der Fokus darauf, mehr Wohnraum für einheimische Familien zu schaffen. Sowohl in Eggstätt als auch in den umliegenden Ortsteilen befasst sich der Gemeinderat mit Bauleitplanungen und Bebauungsplanänderungen zur Nachverdichtung. Die Ausweisung von neuem Bauland gestaltet sich aufgrund begrenzter Flächen jedoch schwierig.
Das Gewerbegebiet Natzing ist ein attraktiver Standort für Gewerbetreibende, allerdings sind keine Flächen mehr verfügbar. Bis heute beschäftigt ein Umweltskandal die Gemeinde. Im April 2021 hatte ein Ortsfremder wiederholt illegal hoch belastetes PFAS-Löschmittel in den Oberflächen- beziehungsweise Niederschlagskanal eingeleitet. Gemeinsam mit dem Gewässerunterhaltungszweckverband (GUVZ), dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, dem Landratsamt Rosenheim und einer Fachfirma wurden umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen. Für die Bevölkerung besteht zwar keine Gefahr, dennoch hinterlässt der Vorfall einen bitteren Nachgeschmack. Das komplette Retentionsfilterbecken musste erneuert werden – Kostenpunkt: 800000 Euro. Hinzu kamen Tiefbauarbeiten in Höhe von 750000 Euro. Eine erhoffte Förderung über den Finanzausgleich wurde abgelehnt. Die Haftungsfrage des Verursachers ist weiterhin ungeklärt. Ob der Verursacher trotz Gerichtsurteil und bestehendem Schadenersatzanspruch die Kosten übernimmt, ist fraglich. Die Gemeinde muss den Schaden vermutlich alleine tragen. Bürgermeister Kraus zeigt sich dennoch erfreut, dass die aktiven Sanierungsarbeiten am Grundwasser zunächst abgeschlossen sind. Im Herbst vergangenen Jahres konnte das Ende der Bauarbeiten verkündet werden. Die Abreinigung des Grundwassers kann daher vorerst unterbleiben. Vierteljährlich muss das Grundwasser jedoch weiterhin auf Schadstoffe untersucht werden. Am Retentionsbecken sind zudem Mängel aufgetreten. Die Arbeiten können daher laut Bürgermeister Kraus noch nicht als vollständig abgeschlossen betrachtet werden.
Ausblick auf das
laufende Jahr
Es gibt viel zu tun, so Bürgermeister Kraus. Die Planungen für den Sportheimneubau müssen finalisiert und die Finanzierung für den Haushaltsplan 2025 geklärt werden. Das Hartseefreizeitgelände soll attraktiver gestaltet werden. Wichtige Verwaltungsprojekte, wie die Regelung der Oberflächenentwässerung, die Einführung des digitalen Aktenplans, die Überarbeitung und der Abschluss von Bebauungsplänen sowie die Umsetzung der Hortpflicht ab 2026 stehen auf der Prioritätenliste ganz oben. Viele Themen, wie die Sanierung des Rathauses, sind angesichts der Haushaltslage derzeit noch Zukunftsmusik. Besonders schwerwiegend ist die fehlende Nachbesetzung der Stelle in der Kämmerei aufgrund mangelnder Bewerbungen. Bereits im zweiten Jahr in Folge müssen Bürgermeister Christoph Kraus und Geschäftsleiter Johannes Halser den Haushalt zusätzlich zum Tagesgeschäft gemeinsam aufstellen. „Wir wollen nicht jammern, aber es muss gesehen werden, dass manche Projekte nicht umgesetzt werden können, weil uns eine ganze Arbeitskraft in der Kämmerei fehlt – und das schon seit mehr als einem halben Jahr“, so der Bürgermeister. Neben den gemeindlichen Pflichtaufgaben soll auch das gemeinschaftliche Miteinander gefördert werden, beispielsweise mit dem Fest fürs Dorf und „1100 Jahre Ehchistat“. elk