Wirtschaftlichkeit von „Rosi“ infrage gestellt

von Redaktion

Der Bürgerbus, auch bekannt als „Rosi on demand“, ist seit über 15 Jahren ein fester Bestandteil des Service-Angebots der Hartseegemeinde. Ehrenamtliche Fahrer befördern in den Sommermonaten Einheimische und Touristen landkreisübergreifend. Angefahren werden Punkte in Amerang, Pittenhart, Obing, Eggstätt, Bad Endorf, Rimsting, Prien, Breitbrunn, Gstadt und Seeon-Seebruck. Die „Rosi on demand“ erfreut sich großer Beliebtheit und ist stets gut ausgelastet. Jedoch übersteigen die Kosten die ursprünglichen Erwartungen. Bei der Beschlussfassung im Jahr 2018 rechnete man mit Kosten zwischen 9700 Euro im ersten und 27500 Euro im sechsten Betriebsjahr. Tatsächlich beliefen sich die Zuzahlungen im ersten Betriebsjahr auf 15780 Euro und im zweiten auf knapp 21500 Euro. Es wird erwartet, dass dieses Defizit weiter anwachsen wird.

Die Wirtschaftlichkeit der „Rosi“ wird infrage gestellt. Sie wird weder als touristisches Beförderungsmittel anerkannt, noch berücksichtigt sie das Deutschlandticket. Zudem ist sie nicht immer verfügbar, wie ursprünglich angekündigt. Ungeklärt ist auch die weitere Förderung durch den Freistaat. Im ersten Jahr übernahm der Freistaat 65 Prozent der Kosten, die Förderung sinkt jedoch über fünf Jahre stufenweise auf dauerhafte 35 Prozent. Der Eggstätter Rathauschef verweist auf ein ähnliches Projekt in Murnau, das letztendlich scheiterte.

Keine kommunale
Aufgabe

Der Gemeinderat lehnte im vergangenen Sommer einstimmig die Übernahme des bisherigen und zukünftigen Defizits ab. Die Gemeinde Eggstätt trägt weiterhin die im Finanzierungsplan von 2018 aufgeführten Kosten. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird nicht als kommunale Aufgabe betrachtet. elk

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