Die Zukunft des Caritas-Heims in Schonstett beschäftigt derzeit viele Bürger und Bürgermeister Paul Dirnecker. Der Sozialverband prüft in den kommenden Wochen, ob die Einrichtung mit ihren 42 Bewohnern erhalten bleibt oder an einem anderen Standort weitergeführt wird. Gründe für die Überlegungen sind notwendige, teure Sanierungsmaßnahmen und gesetzliche Vorgaben zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. Das Gebäude sei konzeptionell nicht dafür ausgelegt.
Schließung des Heims
wäre großer Verlust
Für die Gemeinde ist die Entscheidung von großer Bedeutung und in mehrfacher Hinsicht mit der weiteren Gemeindeentwicklung verknüpft. Das Heim und seine Bewohner sind fester Bestandteil des dörflichen Lebens. Barrierefreiheit, gemeinsame Feste und Teilhabe in vielen Bereichen zeigen, dass Inklusion in der Gemeinde gelebt wird. Die Schließung wäre ein großer Verlust, so Bürgermeister Paul Dirnecker. Vor allem, weil damit offenbleibt, wie es mit dem Gebäude, dem Caritas-Park und dem Schonstetter Kindergarten weitergeht.
Das Haus für Kinder befindet sich auf Caritasgrund am Rande des Schlossparks, der ebenfalls im Besitz der Caritas ist. Damit hat die Gemeinde zwei Herausforderungen zu bewältigen. Im Zusammenhang mit dem 2020 nach 30 Jahren ausgelaufenen Pachtvertrag und einem bis 2024 datierten Übergangsvertrag wird nicht nur über das Kindergartengrundstück, sondern auch über die künftige Nutzung des rund 38000 Quadratmeter großen Areals verhandelt, das viele Schonstetter als „unseren Park“ ansehen.
Die Caritas möchte nicht mehr für die Verkehrssicherheit aufkommen. Knackpunkt sind die hohen Unterhaltskosten der Grünfläche. Bürgermeister Dirnecker hofft auf eine langfristige Verlängerung auf Erbpachtbasis. Damit bliebe der Unterhalt des Areals beim Sozialverband und es entstünden keine unkalkulierbaren Kosten für die Gemeinde. Das scheint beim aktuell ungeklärten Verbleib des Caritas-Heims eher unwahrscheinlich. Die Gemeinde wird hier wohl tiefer in die Taschen greifen müssen. Kommt es zu keiner Einigung, ginge das Haus für Kinder in den Besitz der Caritas über, und die Gemeinde müsste einen teuren Kindergartenneubau stemmen. Derzeit besuchen 72 Kinder in drei Gruppen – davon eine Waldgruppe – den Kindergarten. ca