Erste zarte Erfolge zeigen sich beim Protest der Inntalgemeinden gegen die derzeitigen Planungen des Brennernordzulaufs. Der Versuch, die Verknüpfungsstelle bei Oberaudorf in den Berg zu bekommen, schien lange Zeit wie ein Kampf gegen Windmühlen. Doch das Blatt, so meint Bernhardt, scheint sich wenigstens auf Landesebene zu drehen. Zumindest werden auch im Landtag vermehrt Stimmen laut, die den Betroffenen vor Ort beipflichten: Die Idee, die Verknüpfungsstelle in den Berg zu verlegen, müsste zumindest einmal wirklich ernsthaft geprüft werden.
Aus der Luft gegriffen ist sie schließlich nicht: Erste Machbarkeitsstudien zeigen, dass sie zwar einen gewissen finanziellen Mehraufwand erfordern würde, aber durchaus möglich wäre. Geld aber darf, so findet man im Inntal, kein Totschlagsargument sein, wenn in der anderen Waagschale die Gefährdung der Landwirtschaft und damit des größten zusammenhängenden Almgebiets in Bayern liegt: Müssen die Bauernhöfe im Tal der Verknüpfungsstelle weichen, fehlen den Almgebieten jene, die sie pflegen und erhalten. Die Folge wäre die Zerstörung einer Jahrhunderte alten landschaftstypischen Lebensform samt der Vernichtung des dazugehörigen Naturraums mit allen daraus sich ergebenden Folgen.
Und was die technischen Herausforderungen anbelangt: Deutschland, so meint Matthias Bernhardt, ist immer noch das Land der Ingenieure. Technische Schwierigkeiten da ernsthaft als einen Hinderungsgrund anzugeben, hält er für eine mehr als unzureichende Ausrede. jt