Auch die Pumpwerke am Riedener Weg tragen mittels PV-Anlage jetzt zur CO2-Einsparung bei.
Die Stadt Wasserburg stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft. Bereits im Jahr 2023 fiel der Grundsatzbeschluss für eine Klimaschutz- und Photovoltaik-Offensive. Das Ziel: Die Stadt will Tonnen an CO2 einsparen und die Energiekosten senken. Neuer Meilenstein ist eine Heizzentrale im Bürgerhaus an der Salzburger Straße, die von nun an die Volkshochschule, die Musikschule sowie die benachbarte Bibliothek und das Theater Wasserburg über ein Nahwärmenetz heizt. Die Heizzentrale wird umwelt- und klimafreundlich mit Hackschnitzeln betrieben. Sie ersetzt dabei drei alte, mit Öl und Gas befeuerte Heizungen, die ohnehin das Ende der Einsatzzeit erreicht hatten.
Rund 67 Tonnen CO2 werden eingespart
Die Planungen für das Vorhaben hatten es in sich. Die drei Immobilien gehören zwei Eigentümern: der Stadt und der von ihr verwalteten Heiliggeist-Spitalstiftung. Letztere unterliegt dem Stiftungsrecht mit speziellen Anforderungen etwa im Steuerwesen. „Das Bürgerhaus mit VHS und Musikschule ist außerdem ein eingetragenes Denkmal, das eine besonders sensible Herangehensweise fordert“, erklärt Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. Dazu kam, dass die Platzverhältnisse teils beengt waren.
Doch im Wasserburger Rathaus ist man überzeugt: Alle Mühen haben sich gelohnt! Rund 67 Tonnen CO2 können künftig pro Jahr eingespart werden. Die zwei Heizkessel mit je 80 KW liefern den benötigten Wärmebedarf von rund 250 MWh. Die rund 400 Schüttraummeter Hackschnitzel können dabei auch aus den städtischen Wäldern gewonnen werden. Rund 200 Hektar Forst gehören der Stadt und der Heilig-Geist-Stiftung.
Investiert wurden in das Projekt rund 560000 Euro, wobei es eine Zuwendung von rund 300000 Euro gab. Bei einem Wärmepreis von rund 15 Cent netto je kWh zahlt sich die realisierte Lösung so längerfristig auch finanziell aus.
Doch nicht nur an der Salzburger Straße treibt die Stadt ihr Vorhaben der PV-Offensive voran. Nach dem Grundsatzbeschluss in 2023 wurden alle städtischen Immobilien überprüft. So zum Beispiel auch die Grundschule Reitmehring, auf deren Dach noch in diesem Jahr eine PV-Anlage installiert werden soll. Die Anlage mit einer Leistung von 59 kWp könnte jährlich 58470 Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit würde man pro Jahr 27 Tonnen CO2 einsparen. Kostenpunkt der Anlage: rund 92500 Euro.
Auf vielen anderen Gebäuden sind bereits PV-Anlagen installiert. So zum Beispiel auf dem Schöpfwerk am Riedener Weg, auf dem Parkhaus Überfuhrstraße, auf dem Busbahnhof, auf der Kläranlage, auf dem Museumsdepot sowie auf dem Dach der Badria-Sauna. khe