Wie sagen Immobilien-Experten so schön, worauf es bei Objekten ihres Verkaufsbegehrens ankommt: Lage, Lage und … richtig!… Lage! In dieser Hinsicht ist die Festung Kufstein buchstäblich nicht zu toppen. Seit 800 Jahren thront das mächtige Gemäuer auf einem Hügel hoch über dem Inntal, direkt an der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Trutzig und gleichzeitig einladend, einst heiß umstritten und heute ein Abenteuerspielplatz für holde Burgfräuleins und fantasievolle Ritter des 21. Jahrhunderts – und vor allem auch für herausragende Musicaldarsteller und Künstler aus aller Welt.
Der Kufsteiner Bürgermeister legt Wert auf die Feststellung: Zum Verkauf steht die schmucke Anlage nicht. Das war allerdings beileibe nicht immer so. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts war die Festung ein regelrechter Wanderpokal, quasi eine Wanderimmobilie, zwischen den Bayern und den Tirolern.
1203 ist die Festung erstmals urkundlich als Besitz des Herzogs Ludwig und des Bistums Regensburg erwähnt.
Heiß umkämpft,
friedlich vereint
Danach ging’s — aus heutiger Sicht, jedenfalls — Schlag auf Schlag. Kufstein lag und liegt einfach strategisch günstig, oder für die von ständigen kriegerischen Scharmützeln betroffene Bevölkerung eigentlich ungünstig. Stadt und Festung wurden im Laufe der Jahrhunderte zigfach hin und her verkauft, hin und her geschenkt, überfallen, überrannt, von den einen und dann wieder den anderen belagert. Dass Kaiser Napoleon ganz Tirol den Bayern einverleibte, nahm ihm damals Andreas Hofer und nehmen ihm die Tiroler heute noch übel. Erst seit 1814 sind die Kufsteiner wieder Österreicher, und 1924 verkaufte die junge Republik Österreich die Festung an die Stadt Kufstein.
Stand anno domini 2025: Glücklicherweise kämpfen nicht mehr Bayern gegen Tiroler, sondern zwei New Yorker Straßengangs gegeneinander, und das nicht im wirklichen Leben, sondern in der spektakulären Festungsarena. Die Jets haben etwas gegen die Sharks und beide etwas gegen die unsterbliche Liebe zwischen Tony und Maria: Am 25. Juli feiert Leonard Bernsteins brillantes Musical „West Side Story“, seine Version von Shakespeares „Romeo und Julia“, Premiere auf der einzigartigen Festung Kufstein.
Und die Bayern und die Tiroler? Strömen zu Tausenden aus allen Himmelsrichtungen nach Kufstein und genießen in entspannt vergnügter Eintracht laue Sommerabende bei hochkarätiger Musicalunterhaltung.
Einzigartiger
Theaterraum
Der MusicalSommer Kufstein bildet das Kernstück des Sommerprogramms auf der Festung, die zu Recht eines der beliebtesten Ausflugsziele im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol darstellt. Die mittelalterliche Anlage wurde mustergültig revitalisiert und mit höchster Sorgfalt an die Bedürfnisse heutiger Menschen angepasst. Dazu gehören eine Liftanlange (Gehfähige erklimmen den Burghügel aber auch zu Fuß in wenigen Minuten) und ein modernes Besucherzentrum. Am wichtigsten für das Wohlgefühl und spektakulär anzuschauen nebenbei ist jedoch die wetterfeste, mobile Überdachung.
Jedes Jahr Mitte Juli erobert der MusicalSommer Kufstein die Festung und verwandelt sie binnen weniger Tage in einen einzigartigen Theaterraum. Auf den Tribünen finden mehr als 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz; die 36 Meter breite und 16 Meter tiefe Bühne bietet Raum für große Emotionen und große Kunst, das einzigartige Festivalorchester spielt live.
Kein Wunder, dass sich hunderte Musicaldarsteller aus aller Welt um Rollen in Kufstein regelrecht reißen. Kein Wunder auch, das bayerische Publikumslieblinge wie Monika Baumgartner, Michael Lerchenberg oder Heißmann & Rassau gerne eine Einladung nach Kufstein annehmen.
Das gilt auch für Oswald Sallaberger, den international renommierten und anerkannte Geiger und Dirigenten, der nicht nur zwischen seiner Tiroler Heimat und der Normandie pendelt, sondern auch zwischen musikalisch unterschiedlichen Welten. Sallaberger ist in der klassischen und in der Neuen Musik ebenso zu Hause wie im Musical-Genre. Nicht nur das verbindet Oswald Sallaberger und Leonard Bernstein. Sallaberger betrachtet es als einen der großen Glücksfälle seines Berufslebens, dass er 1989 einer der letzten jungen Musiker war, die Meister Bernstein unterrichtete.
Die Festung Kufstein steht seit Jahrhunderten für eine bewegte Geschichte, der MusicalSommer Kufstein seit bald 20 Jahren für großartige Theaterunterhaltung. Wer die Festung heutzutage erobern will, kann das ganz friedlich mit dem Erwerb von Eintrittskarten für den MusicalSommer tun. Die machen sich übrigens auch hervorragend in einem Osternest.