Der aufgefrischte Spitzenreiter

von Redaktion

Konnte Volkswagen beim Golf die Bedien- und Softwareschwächen ausbügeln? Alltagstest:

Der VW Golf dominiert seit seinem Start im Jahr 1974 in der Kompaktklasse. Bis heute: Auch im Jahr 2024 war er das am häufigsten neu zugelassene Auto in Deutschland. 100183 Exemplare des Kompaktklassikers kamen laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes neu auf die Straße. Trotz zunehmender Konkurrenz, mit T-Roc und elektrischem ID.3 auch aus eigenem Haus, ist er also nach wie vor ein Verkaufsschlager. Und das trotz aller Kritik, die mit der Digitalisierung des Bestsellers aufkam. Kunden wünschten einfache Bedienregler für wichtige Funktionen und ärgerten sich über langsam agierendes Infotainment. Ob mit der jüngsten Auffrischung des Golf 8 die Probleme behoben sind und welche sonstigen Verbesserungen VW verpackt hat, soll der Alltagstest mit der Mildhybrid-Variante 1.5 eTSI klären.

Lob: Schon vom Start weg stürmt der Golf dank Startergenerator munter los. Bereits nach 8,6 Sekunden wird das Tempo dreistellig. Unaufgeregt und fein dosiert vom automatisierten Siebenganggetriebe entfalten die 150 PS des 1.5-Liter-Turbovierzylinders die Kraft sehr ausgewogen. Ohne aufdringliche Nebengeräusche und dank bequemer Sitze ist der Golf idealer Reisebegleiter. Für Fahrspaß sorgen griffige Lenkung und damit problemloses Handling sowie ein Fahrwerk mit hohem Federungskomfort. Kompakt, wendig und agil beherrscht er locker Herausforderungen im Stadtverkehr.

VW hat auf die zuletzt hochkochende Kritik am Bediensys­tem reagiert. Griffige Tasten am Lenkrad reagieren jetzt weniger nervös. Dazu lassen sich Vorgänge am übersichtlichen Großbildschirm schneller und stabiler darstellen. Zusätzlich vereinfachen mehr direkte Zugriffe über Menüleisten die Bedienung und die deutlich verbesserte Sprachsteuerung erübrigt viele Handgriffe.

Kritik: Obwohl sich der Lautstärken-Slider jetzt besser bedienen lässt, wäre der präzise Drehregler die perfekte Lösung gewesen.

Kosten: Etwas weniger als sechs Liter auf 100 Kilometer Testverbrauch schreiben wir der Hybrid-Hilfe sowie der Segelfunktion gut, die beim Lupfen des Gaspedals weit vor der Ampel den Motor abschaltet. Schon immer hat sich der Golf auch preislich von der Konkurrenz abgesetzt. Die Style-Variante kostet etwas über 37000 Euro. Ein paar zusätzliche Annehmlichkeiten schrauben die Summe über stattliche 40000 Euro. Dann bleiben aber keine Wünsche mehr offen, was optimale Komfort- und Sicherheitsausstattung betrifft.

Fazit: Nicht umsonst hat der Golf über Jahrzehnte reihenweise Vergleichstests gewonnen. Aktuell lässt er kaum Platz für Kritik. Weil in allen Disziplinen ausgereift, wird er weiterhin Anführer eines Segments sein, dem er den Namen gab: Golf-Klasse. Manfred Gleißner

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