Investitionen in Immobilien sollen weltweit stark zunehmen

von Redaktion

Deutschland im internationalen Ranking auf Platz zwei

Trotz Wohnraummangel und Baukrise lässt sich hierzulande mit Wohnimmobilien offensichtlich immer noch jede Menge Geld verdienen – und eine Grenze ist aktuell nicht in Sicht. Diesen Schluss lässt jedenfalls eine Studie von Jones Lang LaSalle (JLL) zu.

Das internationale Investmentunternehmen sieht den globalen Markt für Wohnimmobilien-Investitionen vor einem kräftigen Wachstumsschub. Laut JLL-Studie werden in den kommenden fünf Jahren Transaktionen im Wert von 1,4 Billionen US-Dollar erwartet, wobei europäische Märkte besonders im Fokus der Investoren stehen. Und, kaum zu glauben: Deutschland nimmt hier eine Schlüsselrolle ein.

Gut für die Aktie, schlecht für den Mieter

Häufig überwiegt hierzulande der Eindruck, dass sich der Wohn- und Bausektor in einer schweren Krise befindet. Tatsächlich muss man den Geldmarkt selbst etwa von aktuellen Neubauquoten trennen. Oft freuen sich Investoren selbst über zu viel Nachfrage bei zu wenig Angebot. Man spricht dann von einem Nachfrageüberhang. Und das ist gut für die Aktie und das Wertpotenzial der Immobilie.

Im Ranking der 15 größten Wohninvestmentmärkte weltweit nimmt Deutschland hinter den USA den zweiten Platz ein.

Ein Vorteil des Standorts für Investoren ist gleichsam ein Nachteil für Wohnungssuchende: Der deutsche Wohnungsmarkt verfügt mit rund vier Millionen Wohneinheiten über den größten Bestand an institutionell gehaltenen Wohnimmobilien in Europa. Dieses „institutionell“ bedeutet nichts anderes, als dass Immobilien in einer Zweckgemeinschaft (etwa Spezialfonds, offene Fonds) gehalten werden, die eine Anlagestrategie mit dem häufigen Ziel der Gewinnmaximierung verfolgt. Ein Investitionsobjekt eben. Und hier zählt vorrangig der finanzielle Output und nicht beispielsweise das Wohl des Mieters.

Ein zusätzlicher wichtiger Wachstumstreiber im Bereich der Wohnimmobilien-Investitionen ist hierzulande laut JLL die prognostizierte Entwicklung der städtischen Haushalte. Deutschland wird laut Studie bis 2035 die höchste Zahl dieser Haushalte in Europa aufweisen, verteilt auf mehrere Großstädte. „Dies bietet Investoren gute Möglichkeiten, schnell Größenvorteile zu erzielen“, erklärt Emma Rosser, Research-Direktor bei JLL. Denn Wohnungen in Metropolen sind rar und teuer – und lohnen sich dementsprechend als Investment wegen ihres hohen Potenzials auf Wertsteigerung.  Ck

Artikel 11 von 11