Irgendwie haben wir es schon immer geahnt: Frauen sind einfach die besseren Gastgeber. Das bestätigen auch Reiseveranstalter wie „Weltweitwandern“: Ihre Herzlichkeit ab Sekunde eins, ihre große Begeisterung, Menschen zusammenzubringen und ihre Leidenschaft für ihr Land und ihre Kultur mache weibliche Guides zu wertvollen Begleitern auf jeder Tour. Auch die Bhutaner Regierung setzt neuerdings vermehrt auf die Mütter ihres Landes, ermutigt sie, Gäste in ihr Zuhause einzuladen. In Italien haben wir ein ganz besonderes Mutter-Tochter-Gespann gefunden, das eine Boho-Oase inklusive Töpferkurs geschaffen hat.
Zwetana zeigt mit
Hund ihr Bulgarien
Da ist Zwetana etwa: „Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Wunder der Natur und Kultur mit anderen Menschen zu teilen“, schwärmt die Bergführerin in Bulgarien. Die Berge sind ihre Welt und sie kennt die versteckten Schätze des Hinterlands. Immer mit dabei: ihr Hund Rex. Den hat sie auf einer ihrer ersten Touren für Weltweitwandern gerettet. Lust auf Bulgariens unberührte Bergwelt, kristallklare Seen und uralte Klöster: Am 19. Juni etwa wandert Zwetana los zu „Wunderbaren Brücken“ und „Wäldern des Orpheus“ (www.weltweitwandern.com).
Nomadin Aida führt
durch Kirgistan
Kirgistan kommt ihnen rau und fremd vor? Nicht mit Aida. „Im Herzen bin ich immer noch eine Nomadin, die Berge und Wiesen, die unendliche Weite sind mein Zuhause. Das den Gästen aus aller Welt zu zeigen, macht mich unendlich glücklich“, sagt sie. Und wer mit ihr Kirgistan erobert, schwärmt danach garantiert von schneebedeckten Gipfeln, grünen Almen, alten Kulturstätten und Begegnungen mit Einheimischen. Am 17. August startet Aida auf den Spuren der Nomaden durch die „himmlischen Berge“ des Tian-Shian-Gebirges (www.weltweitwandern.com).
Emilia bringt auf Madeira Menschen zusammen
„Die Highlights unserer Reisen sind oft Kleinigkeiten, die verzaubern: Menschen auf dem Markt, die uns Passionsfrucht kosten lassen, ein Fischer, der uns den Schwarzdegenfisch zubereitet.“ Guide Emilia strahlt, wenn sie von ihrer Insel erzählt. Geboren an der Südküste Madeiras entdeckte sie früh ihre Leidenschaft fürs Wandern und ließ sich zur Bergführerin ausbilden. Stolz zeigt sie den Weltweitwandernden ihre Heimat und bringt ihnen Flora und Fauna, Kultur und Geschichte „ihrer“ Insel näher.
Bettina hat ein Herz für Tiere – und Korfu
Eigentlich lebte sie in New York, doch dann entdeckte sie das Bergdorf Afionas auf Korfu – und blieb. Die griechische Insel mit ihren üppigen Olivenhainen, versteckten Buchten und jahrhundertealten Pfaden ist für sie ein Wander-Paradies. Plus: Bettina ist Gründerin des Tierheims „Paws from Corfu“, das sich um Tiere der Insel in Not kümmert. Eine Runde Hunde streicheln gehört bei Bettinas Tour „Kalimera Korfu“ dazu.
Ismini unterstützt
Frauen auf Zypern
Ismini ist in Dresden geboren, hat aber griechische Wurzeln und kehrte als junge Frau nach Zypern zurück. Seit zehn Jahren zeigt sie Wanderern dort wunderschöne Ecken und bringt sie mit der Frauen-Kooperative „Niki“ zusammen, wo Mütter die Chance bekommen, lokale Früchte etwa zu köstlichen Marmeladen zu verarbeiten. Selbstverständlich weiß Ismini auch, wo es die besten „Meze“-Tavernen gibt. Gemeinsam kehrt man ein und genießt Taramasalata, Hummus oder Tirokafteri. Am 3. Oktober startet Ismini zur Tour „Zypern – Auf der Insel der Götter“ (weltweitwandern.com).
Yeshi und Deki öffnen
ihre Häuser in Bhutan
Das Königreich Bhutan setzt ganz auf seine Frauen. Denn: „Sie sind mehr als nur Gastgeberinnen, sie sind Geschichtenerzähler, Kulturbotschafter und Wegbereiter für nachhaltigen Tourismus im Land des Glücks“, schwärmte Damcho Rinzin, Direktor des Department of Tourism. Und so werden Frauen von der Regierung aktiv unterstützt, ihr Zuhause in ein Homestay umzuwandeln. So kann man bei Yeshi Choden in Zhemgang übernachten. Als Mitglied einer großen Bauernfamilie hatte Yeshi die Vision, ihren Lebensunterhalt zu erweitern, indem sie ihr Haus für Gäste öffnet. Anfangs war es eine große Herausforderung, die Gemeinde von ihrer Idee zu überzeugen. Doch durch Regierungsinitiativen erhielt sie finanzielle Unterstützung sowie ein zehntägiges Schulungsprogramm. Dort lernte Yeshi alles – von der Gestaltung einladender Gästeunterkünfte und der Pflege hygienischer Standards bis hin zur Zubereitung traditioneller bhutanischer Gerichte. Auch Deki Pelden hat so einen Kurs besucht. Sie hat das Naktsang Homestay in Trashigang eröffnet: Anfangs war es schwierig, Besucher in das winzige Dorf zu locken, und selbst heute bleibt die holprige, neun Kilometer von der Hauptstraße entfernte Strecke eine Hürde. Doch wer es dorthin schafft, genießt ein friedvolles Zuhause auf Zeit inmitten unberührter Natur. Infos unter www.bhutan.travel.
Elisa töpfert
auf Sardinien
Sardinien ist die Insel der türkisfarbenen Buchten, unberührten Sandstrände und des Dolce Vita. Ein echtes Juwel aber liegt abseits der Touristenpfade: Casa Stones. Mit dem Hideaway, eingebettet in das felsige Hinterland von Olbia, erfüllten sich Elisa und ihre Mutter Rosy zusammen mit ihren zwei Hunden ihren Traum von der eigenen „Casa“. Mit viel Hingabe renovierten und gestalteten sie ihr kleines Bed & Breakfast. Rosy baut im liebevoll gepflegten Garten frische Produkte an, zaubert abends daraus ein gemeinsames Cena. Serviert wird das auf Elisas eigenem Keramik-Geschirr. Dieses Handwerk liebt die Mama so sehr, dass sie Töpferkurse für ihre Gäste anbietet. Authentischer kann man auf Sardinien nicht Urlaub machen! www.casastones.net Julitta Ammerschläger