Die neue Bundesregierung hat angekündigt, mit einem Finanzpaket sehr viel Geld in die marode Infrastruktur zu investieren. Die Rede ist von 500 Milliarden Euro – und diese sind für den Ausbau der Mobilität sehr gut angelegt, meint ein Großteil der Bevölkerung.
In der Mobilitätsstudie 2025, die vom Versicherungskonzern HUK-Coburg in Auftrag gegeben wurde, gaben 74 Prozent der Deutschen an, dass mehr Staatsgeld für bessere Verkehrswege ausgegeben werden soll. Im vergangenen Jahr stimmten nur 62 Prozent dieser Forderung zu. Sparen könne man an anderen Stellen, so die Umfrageteilnehmer, „notfalls auch zulasten anderer Aufgaben im sozialen oder kulturellen Bereich“.
Diese drastische Forderung zeigt, dass das Thema Mobilität einen sehr hohen Stellenwert genießt. Für 42 Prozent der Befragten ab 16 Jahren ist es „äußerst“ oder „sehr wichtig“. Bei der letzten Studie im Jahr 2022 lag der Wert mit 33 Prozent deutlich niedriger. Dabei spielt das Auto eine immer größere Rolle: 75 Prozent – so viele wie noch nie – gaben an, dass dies das am besten geeignete Verkehrsmittel der Zukunft sei.
Alle anderen Verkehrsmittel lagen deutlich dahinter: Bahn 18 Prozent, Bus 13 Prozent, Straßen- bzw. S-Bahn 12 Prozent). Bei der Frage nach dem Antrieb des Autos spielte es übrigens keine Rolle, ob es sich um ein Verbrenner- oder Elektrofahrzeug handelt.
Stromer genießen offenbar steigende Zustimmung, denn in diesem Jahr sprachen sich 45 Prozent für eine staatliche Förderung bei E-Autos aus, im Vorjahr waren es noch 39 Prozent. Wobei es große Unterschiede zwischen den Bundesländern gab. In Berlin und Nordrhein-Westfalen unterstützten je 52 Prozent eine staatliche Förderung, während diese in Sachsen-Anhalt (32 Prozent) und Thüringen (33 Prozent) die geringste Zustimmung erzielte.
Ursache für die Popularität des Autos könnte ein erhöhtes Sicherheitsempfinden gegenüber Bus, Bahn oder Fahrrad sein. In der Umfrage wurde dies auf einer Schulnoten-Skala abgefragt. Das Auto erreichte dabei einen Wert von 2,5, während Bahn, Bus und der ÖPNV mit jeweils 2,8 schlechter abschnitten.
Bei der Wahl des Verkehrsmittels sind die Schnelligkeit, mit der man ans Ziel kommt gemeinsam mit den damit verbundenen Kosten, die wichtigsten Kriterien. Als größte Problemfelder bei der individuellen Mobilität wurden von 57 Prozent die hohen Kosten angegeben, für 51 Prozent ist die mangelnde Verlässlichkeit bei der Zeitplanung zwischen Abfahrts- und Ankunftszeit das größte Mobilitätshindernis.
Die Mobilitätsstudie wurde in diesem Jahr zum fünften Mal erhoben. Befragt wurden mehr als 4000 Personen ab 16 Jahren innerhalb der einzelnen Bundesländer. Die Ergebnisse sind repräsentativ für jedes Bundesland. V. Pfau