Klimakrise im Asphalt-Dschungel

von Redaktion

Städte brauchen mehr Grünflächen für den Hitzeschutz

2024 war mit durchschnittlich 10,9 Grad das bisher wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, so der Deutsche Wetterdienst. Temperaturrekorde stellen das Bauen auf den Prüfstand. Sind unsere Städte dafür gerüstet? Zeit, umzudenken und mehr Grün in die City zu holen. Haus- und Wohnungseigentümer können einen wichtigen Beitrag leisten und nebenbei die Wohnqualität und den Wert ihrer Immobilie steigern.

Wenn die Bäume verschwinden

Jüngst erntete die Berliner Stadtplanung viel Kritik, weil auf dem Gendarmenmarkt nach seiner Neugestaltung kein einziger Baum mehr steht. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Frage der Flächenver-siegelung. 44 Prozent der urbanen Areale sind asphaltiert oder betoniert, was fatale Folgen für das Mikroklima hat. Mangelnde Anpassung der Städte an den Klimawandel wirkt sich gesundheitlich aus: 2023 starben in Deutschland 3100 Menschen infolge extremer Hitze.

Wie Städte vorbeugen können, zeigen internationale Vorbilder. So wappnet sich Kopenhagen mit um-fassenden Maßnahmen gegen steigende Temperaturen. Die dänische Hauptstadt schafft Grünflächen, verbessert das Wassermanagement und unterstützt nachhaltige Bauweisen. Auch in Deutschland gibt es gute Fortschritte bei der Prävention und durch spezielle Hitzeaktionspläne, die unmittelbare Gesundheitsrisiken verringern. Zur Vorsorge gehört, Parks, Gärten und begrünte Dächer anzulegen. Das Grün senkt die Umgebungstemperatur, gleichzeitig entstehen Räume zur Erholung in dicht besiedelten Vierteln. Rückhaltebecken und durchlässige Pflasterungen mindern das Risiko von Überschwemmungen und fördern die Wiederverwendung von Regenwasser.

Private Initiativen fördern

„Von diesen Strategien brauchen wir dringend mehr, um unsere Städte hitzeresilienter zu gestalten, im Kleinen wie im Großen“, erklärt Dietmar König, Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse. Auch Immobilienbesitzer tragen dazu mit gut ausgeführten Dämmungen und der Begrünung von Häusern und Innenhöfen bei. „Städte können mit der Förderung von privaten Initiativen die Wirksamkeit der Handlungspläne verstärken“, so König. „Werden Eigentümer ermutigt und ihre Einzelmaßnahmen in innerstädtischen Vierteln gebündelt, liegt darin großes Potenzial.“ Damit kann die Klimaanpassung schnell vorankommen.  Bhw

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