Hoffnungsträger für die Nischenmarke

von Redaktion

Alltagserfahrungen mit dem Kompakt-SUV Alfa Romeo Junior Mildhybrid

Alfa Romeo – italienische Kultmarke mit ruhmreicher Vergangenheit. Neben großen Erfolgen im Rennsport prägen ausdruckstarkes Design und technische Finessen die mit berühmten Namen aus dem Motorsport verbundene Firmengeschichte. Heute muss Alfa als Nischenmarke Geld verdienen. Unter erschwerten Bedingungen, denn der Übergang zur Elektromobilität erweist sich als große Herausforderung. Viel verspricht sich Alfa vom neuen Junior. Den Hoffnungsträger gibt es als reinen Stromer oder als Mildhybrid-Benziner. Letzterer stellt sich dem Alltagstest.

Lob: Kurz und bündig, so präsentiert sich das knapp 4,20 Meter lange Kompakt-SUV. Als idealer Stadtbegleiter findet es locker in jede Parklücke. Ist man viel unterwegs, fällt das bequeme Ein- und Aussteigen auf. Die Türen sperren auf und zu, ohne dabei den Schlüssel in der Hand zu haben. Ebenfalls eine große Erleichterung im Alltag. Bedienung und Sprachsteuerung klappen gut, Sitzkomfort und verschiedene Fahrprogramme, die auf die Fahrleistung und das Fahrwerk Einfluss haben, sind besonders auf Langstrecken hilfreich.

Der 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 136 PS wird von einem 21-kW-E-Motor unterstützt, der als Schubhilfe fungiert und darüber hinaus auch begrenzt rein elektrisches Fahren ermöglicht. Das Zusammenspiel beider Antriebssysteme vollzieht sich nahezu unbemerkt und senkt bei besonnener Fahrweise den Verbrauch deutlich.

Symbolische Infos im Fahrer-Display samt sichtbarer Energierückgewinnung reizen geradezu zum sparsamen Fahren. Dank effektiver Rekuperation ist der Akku stets gut geladen und der kleine E-Motor als Antriebsassistent oft beschäftigt. Zum guten Gesamtbild passt das automatisierte Sechsganggetriebe. Es schaltet nahezu ruckfrei. Auf Reisen ist der Junior ein brauchbarer Begleiter, schafft er mit seinem Kofferraum (400 Liter) genügend Platz für das Gepäck einer Kleinfamilie.

Kritik: Erwachsene Fondpassagiere müssen sich mit wenig Beinfreiheit abfinden, denn die Rücksitzbank lässt sich nicht verschieben. Weniger gefiel auch die straffe Grundeinstellung der Dämpfer.

Kosten: Schon sind wir wieder beim Verbrauch, der, wie angedeutet, überrascht hat. Zwischen 4,5 und fünf Liter errechneten wir im Schnitt auf 100 Kilometer. Die Lust, möglichst oft teilweise zu stromern, hat dieses Ergebnis ermöglicht. Der Preis des Alfa Junior ist absolut konkurrenzfähig. Die gut ausgestattete Speciale-Variante kostet 33800 Euro, der Grundpreis beträgt 31500 Euro.

Fazit: Ein Alfa, der passt: klein, aber trotzdem groß genug für alltägliche Ansprüche. Extravagant dank emotionalem Design. Mit guten Fahreigenschaften und hybridem Bereitschaftsdienst. Manfred Gleissner

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