Gib mir die 5!

von Redaktion

Alltagserfahrungen mit dem Audi-Mittelklasse-Dauerbrenner

Einen Neustart legte Audi mit seinem Mittelklasse-Dauerbrenner hin: Er heißt nun A5 und baut auf einer neuen Plattform auf. Der Zahlensalat ist verwirrend, denn während unseres Alltagstests mit dem A5 Avant mussten wir immer wieder erklären, dass es sich hierbei um den A4-Nachfolger handelt.

Lob: Im Innenraum nimmt man gern hinterm Lenkrad oder auf den anderen Sitzen Platz, man fühlt sich sofort wohl. Besonders begehrt war stets der Beifahrersitz: Im aufpreispflichtigen Technologiepaket war ein separater Bildschirm mit 10,9-Zoll-Display exklusiv für den Platz rechts vorne enthalten. Als Fahrer wird man auf einem 14,5-Zoll-Bildschirm informiert, dessen Bedienung selbsterklärend ist. Mehr Aufmerksamkeit muss man den 14 Schaltern plus vier Fensterhebern in der Türverkleidung widmen, deren Funktionen nicht auf Anhieb blind abrufbar sind und eine Gewöhnungsphase brauchen. Der Motor – in unserem Exemplar ein 2-l-Benziner mit 204 PS – braucht am Start eine Bedenksekunde, bis er loslegt, dann geht’s aber ordentlich ab. 340 Nm beträgt das maximale Drehmoment, auf der Autobahn ist erst bei 242 km/h Schluss. Viel entspannter ist man aber mit Richtgeschwindigkeit unterwegs, was das Stresslevel und den Verbrauch niedriger hält. Der ruhige Vertreter seiner Zunft macht dank exakter Lenkung, souveränem Fahrwerk und sehr guten Bremsen auf Bundes- und Landstraßen Spaß und ist auch im Stadtverkehr ein feines Gefährt. Beim Rangieren merkt man den üppigen Wendekreis von 12,1 Metern, der öfters zu zusätzlichen Lenkmanövern führt. Erfreulich gut ist die optische und akustische Unterstützung durch die Einpark-Assistenzsysteme.

Seine Grundaufgabe, den Transport von Lasten, erfüllt der A5 Avant ordentlich. Zwischen 448 und 1396 Liter Gepäck fasst der Kofferraum, 535 Kilogramm darf die Ladung wiegen. Das Umklappen der hinteren Sitze geht in Sekunden.

Kritik: Die Lenkstockhebel für Blinker und Scheibenwischer wirken billig, der Heckwischer wird über einen fummeligen Knopf aktiviert. Die Lenkradtasten sind haptisch nicht einfach zu bedienen, es kommt leicht zu Fehlern. Wir aktivierten öfter mal ungewollt den Sprachassistenten.

Kosten: Die Versuchung, den A5 etwas zügiger zu bewegen, hat ihren Preis, denn beim Verbrauch notierten wir 7,7 Liter auf 100 Kilometer. Seinen Preis – und keinen geringen – hat auch das ganze Auto: 56000 Euro kostet das Basismodell, unser bestens ausgestatteter TFSI quattro S tronic stolze 82740 Euro.

Fazit: Vom Nummern-Wirrwarr darf man sich nicht täuschen lassen, denn der Audi A5 Avant ist ein würdiger Nachfolger des A4 und ein starker Mitbewerber in der Mittelklasse. Volker Pfau

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