An sich klingt es nach einer guten Idee: Die eigene kleine Solaranlage für zu Hause, die man ohne Installationsfirma und Genehmigung des Vermieters selbst montiert einsteckt – und womit man daraufhin Strom per Sonnenenergie produziert. Und das auch noch günstig: Balkonkraftwerke gibt es mittlerweile für wenige Hundert Euro. Im Idealfall können diese Anlagen etwas mehr als eine Megawattstunde Strom pro Jahr produzieren. Das reicht nicht zur kompletten Selbstversorgung, drückt aber immerhin die Stromrechnung. Doch das am Balkon anzubringende Solarpanel kann auch ein Risiko darstellen – gerade, wenn die Produkte Mängel aufweisen.
Halterung gibt häufig Anlass zur Sorge
Eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift „Stiftung Warentest“ gibt hier durchaus Anlass zur Sorge. Acht Balkonkraftwerke hatten die Tester untersucht. Zwar ist der Wirkungsgrad bei fast allen Modellen gut. Auch die Wechselrichter bereiteten diesmal keine Probleme – anders als in einem Test im Jahr 2024. Damals beeinträchtigten die Wechselrichter mehrerer Anlagen bestimmte Funkfrequenzen. Was das Sicherheitsrisiko bei einem Großteil der Anlagen darstellt, ist die Halterung.
Ein Modell im Test erhält die Note „befriedigend“ – unter anderem, weil seine Halterungen den Belastungstest nur knapp bestehen. Ein Großteil der Balkonkraftwerke im Test schneidet dagegen wegen mangelhafter Halterungen schlecht ab. Einige haben sich laut Stiftung Warentest bei starkem Wind verbogen, manche sind sogar gebrochen. Beschädigungen an den Paneelen waren die Folge. Im Ernstfall – wenn die Platten abreißen und herunterfallen – können die Folgen noch weit gravierender sein. Fünf von acht Modellen bekommen die Note „mangelhaft“.
Ein typisches Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen wiegt in der Regel zwischen 45 und 50 Kilogramm. Ein einzelnes Solarmodul zwischen 15 und 20 Kilogramm. Zum Vergleich: Bereits ein herabfallender Dachziegel kann im schlimmsten Fall zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma führen. Zu den Verletzungsgefahren eines herabstürzenden Balkonkraftwerks gibt es zwar keine Studien, allerdings kann man sich die Folgen anhand dieses Vergleichs durchaus ausmalen. Dabei macht gerade die konkrete Lage der Anlage die mangelhaften Halterungen besonders gefährlich: Durch die vorgerückte Position des Balkons dürfte es in Straßenlage sehr wahrscheinlich sein, dass im Falle des Hinabstürzens der Gehweg direkt getroffen wird.
Käufer dieser Kleinsolaranlage sind deshalb dazu angehalten, besonders auf eine stabile Befestigung der Anlage zu achten. Wer sich hier nicht sicher ist, sollte bei der Montage einen Fachmann hinzuziehen. Dem ist es im Zweifelfall auch möglich, die Halterung der Anlage noch einmal zu verstärken – um selbst im Falle schwerer Stürme und anderer Wetterereignisse den Worst Case auszuschließen.
Christoph Kastenbauer