Das Volksfest steht in den Startlöchern. Die Festwirte setzen auf Bewährtes, probieren aber auch Neues aus. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Malle-Montag im
Erhartinger Festzelt
Im Erhartinger Festzelt setzt Markus Leserer, der zum vierten Mal als Festwirt dabei ist, weiterhin auf seine bewährte „Erhartinger Community“. „Wenn sich was ändert, dann aus privaten Gründen“, erklärt er mit Blick auf sein Team. Die meisten sind von Beginn an dabei.
An den Schlüsselpositionen bleibt alles beim Alten. So werden etwa die Vorwallners, Stephan und Sohn Markus, wieder am Zapfhahn stehen und musikalisch ist Martin Kolm wieder mit seinem Team als „de Erhartinger Spitzbuam“ mittags und zum Frühschoppen unterwegs. Abends treten „The Soundescape“ auf. Neu in diesem Jahr sind die Auftritte von „Drunter und Drüber“ sowie von der Kapelle Josef Menzl am zweiten Sonntag.
Gegenseitige Beschallung
vermeiden
Eine der größten Neuerungen betrifft das Tagesprogramm: Die Live-Musik am Nachmittag wird reduziert. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich vieles draußen im Biergarten abspielt“, begründet Leserer die Entscheidung. Da die Fahrgeschäfte ohnehin für musikalische Untermalung sorgen, möchte man eine gegenseitige Beschallung vermeiden. Abends bleibt die Band Soundescape fester Bestandteil des Programms. Neu sind auch die Malle-Stars am „Malle-Montag“ und zwei Kasperltheater-Aufführungen am Kindertag.
Oktoberfest-Holzkegelbahn
im Biergarten
Roman Tauscheck überrascht seine Gäste mit einer besonderen Attraktion: Statt des gewohnten Weißbierkarussells und der Spaten Alm wird eine originale Holzkegelbahn aufgebaut, die zuvor auf der „Oidn Wiesn“ des Münchner Oktoberfests stand. „Tagsüber kann man den Leuten entspannt beim Kegeln zuschauen. Das Beste: Die Bahn kann abends zur Bar umfunktioniert werden. Die habe ich mir gekrallt“, freut sich Tauscheck, der in seinem Festzelt inklusive Biergarten 3500 Gästen Platz bietet. Für den Kindertag hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: „Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme“ werden mit ihren bekannten Mitmachliedern für Unterhaltung sorgen.
Ein Freibier für
einmal „Bingo“
Festwirtin Anna-Katharina Lohner, die zum dritten Mal dabei ist, setzt größtenteils auf Bewährtes: „Heuer kehrt langsam Routine ein“, sagt sie zufrieden. Auch bei ihrem Team gibt es kaum Veränderungen. Als neue Attraktion führt sie das „Bier-Bingo“ ein: „Jeden Samstag ab 16 Uhr gibt es bei uns Bier-Bingo im Zelt. Wenn man Bingo hat, gibt es eine Mass Bier gratis“, erklärt sie. Die Veranstaltung soll etwa eineinhalb Stunden dauern.
Für Markus Leserer läuft die Organisation in seinem vierten Jahr bereits deutlich entspannter: „Natürlich steigt der Stresspegel, aber es ist anders als in den ersten beiden Jahren davor.“ Nach dem Start in der Corona-Zeit ist sein Team beim Thema Sicherheitskonzept und Auflagen von Beginn an gut aufgestellt gewesen. Auch die Versorgung mit regionalen Produkten ist gesichert: „Wir lassen unsere Hendl von Betrieben in der Region züchten. Die Betriebe bereiten sich natürlich auf die Saison vor.“
Tagsüber Kegeln, abends
Barbetrieb
Die Festwirte setzen in diesem Jahr verstärkt auf eine ausgewogene Mischung aus Tradition und Innovation. Während Roman Tauscheck mit der historischen Holzkegelbahn vom Oktoberfest ein Stück Festgeschichte in sein Zelt holt, experimentiert Anna-Katharina Lohner mit modernen Unterhaltungsformaten wie dem Bier-Bingo. Markus Leserer wiederum reagiert mit seinem angepassten Musikkonzept auf die Bedürfnisse seiner Gäste.
Wenig Fluktuation
in den Teams
Gemeinsam ist allen drei Festwirten, dass sie auf Kontinuität bei ihrem Personal setzen. Die eingespielten Teams und die geringe Fluktuation an den wichtigen Positionen sorgen für reibungslose Abläufe und eine vertraute Atmosphäre für die Besucher. Dies scheint besonders wichtig in einer Zeit, in der die Gäste nach den Einschränkungen der vergangenen Jahre wieder unbeschwert feiern möchten.
Die Neuerungen in diesem Jahr sind dabei weniger revolutionär als evolutionär: Sie passen sich den veränderten Gewohnheiten der Besucher an, schaffen neue Unterhaltungsangebote und optimieren bewährte Konzepte. Ob ruhigere Nachmittage im Erhartinger Festzelt, nostalgisches Kegeln bei Tauscheck oder Bingo-Spaß bei Lohner – die Festwirte haben für jeden Geschmack etwas im Programm.
Mit diesen Anpassungen und Neuerungen sind die Festzelte gut gerüstet für die kommende Saison. Die Mischung aus Tradition und behutsamer Innovation verspricht den Besuchern unterhaltsame Stunden in gewohnt festlicher Atmosphäre.