Die Stadt wächst

von Redaktion

Das Wachstum bringt viele Herausforderungen mit sich

Mühldorf – Mühldorf wächst – und das ist für Bürgermeister Michael Hetzl zunächst einmal eine sehr positive Nachricht: Die Stadt stehe im Vergleich zu anderen Kommunen hervorragend da, was sich auch in steigenden Bevölkerungszahlen widerspiegele.

Infrastruktur muss
Schritt halten

Doch Wachstum bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Infrastruktur muss Schritt halten – vor allem bei Kindertagesstätten und Schulen. Aktuell entsteht ein neuer Kindergarten an der Harthauser Straße, der die vor zwei Jahren fertiggestellte Kinderkrippe ergänzt. Auch die Erweiterung der Mittelschule war ein Meilenstein.

Finanzielle Situation
der Stadt

Finanziell steht die Stadt trotz steigender Kreisumlage laut Michael Hetzl stabil da. „Wir kommen ohne Neuverschuldung aus und können uns die für die Stadtentwicklung wichtigen Investitionen leisten“, erklärt er.

Neben dem neuen Kindergarten für rund sieben Millionen Euro steht auch die Sanierung der Kläranlage für vier Millionen Euro an. Allerdings sieht der Bürgermeister die Spielräume enger werden: „Die Personalkosten steigen durch Tariferhöhungen beständig, und die Kreisumlage hat sich in den letzten Jahren auf über 21 Millionen Euro mehr als verdoppelt.“

Laut Angaben der Stadt stammen mehr als drei Viertel der städtischen Energie aus erneuerbaren Quellen, über 80 Prozent der Straßenbeleuchtung wurde auf stromsparende LED-Technik umgestellt. Die Stadtwerke liefern Kleingewerbekunden ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien und produzieren mit eigenen Anlagen 3,6 Millionen Kilowattstunden grünen Strom. Bei städtischen Bauprojekten setze man auf nachhaltige Rohstoffe und natürliche Oberflächenmaterialien wie Holz oder Linoleum für Kinderbetreuungseinrichtungen. Zur Ressourcenschonung nutzt die Stadt nach Möglichkeit Synergieeffekte und animiert ihre Mitarbeiter beispielsweise durch Zeitgutschriften oder Leasingangebote, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Der Rufbus „InnLiner“ ist für den Bürgermeister ein Vorzeigeprojekt. Dadurch hätten 95 Prozent der Einwohner Zugang zum ÖPNV, früher seien es nur 70 Prozent gewesen: „Die Fahrgastzahlen sind von monatlich 1800 beim alten Stadtbus auf etwa 3000 beim Rufbus gestiegen. Der maximale Fußweg zur nächsten Haltestelle wurde von 600 auf 300 Meter halbiert.“

Die Neuentwicklung des Bahnhofsgeländes samt Bahnhofsneubau steht an, wobei die Stadt aktiv mitgestalten will. Auch der Ausbau und die Elektrifizierung der Zugstrecken in Richtung München und Simbach sind wichtige Infrastrukturprojekte, auf die die Region „schon eine gefühlte Unendlichkeit wartet“, wie Hetzl anmerkt. Auch bei der Radinfrastruktur möchte man mit Maß und Ziel und mit Blick auf die Summe aller Bürgererwartungen „machbare Verbesserungen immer ermöglichen“.

MVV-Anschluss

Einen ursprünglich für 2026 geplanten Beitritt zum Münchner Verkehrsverbund (MVV) werde es vorerst nicht geben. Der Rufbusverkehr sei kurzfristig noch nicht anschlussfähig an die MVV-Strukturen. Das Thema soll aber zu einem späteren Zeitpunkt erneut erörtert werden.

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