A sichere Gaudi für alle

von Redaktion

Verein „MaVia“ berät und begleitet Frauen, Mädchen und Kinder

In der Region gibt es immer wieder Vorfälle, bei denen Personen K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Deshalb sollte man beim Feiern sein Getränk nicht aus den Augen lassen. Foto Adobe Stock/s-motive

Endlich Herbstfest – Zeit zum fesch herrichten, ausgelassen feiern, Leute kennenlernen, Spaß haben. All das verkörpert das Herbstfest Rosenheim mit seinen vielen Attraktionen. Es ist gelebte Tradition, auf die sich Jung und Alt das ganze Jahr über freuen.

Leider kommt es gerade in so ausgelassener Stimmung öfters zu Übergriffen, die alles andere als einen Kavaliersdelikt darstellen. Angefangen vom vermeintlich harmlosen „Grapschen“ bis hin zu K.o.- Tropfen oder sogar sexualisierter Gewalt.

Deshalb wird der Verein MaVia e. V. auch in diesem Jahr wieder die Aktion „A sichere Gaudi“ auf dem Herbstfest Rosenheim durchführen.

MaVia e.V. am Salinplatz 17 in Rosenheim bietet Beratung und Begleitung für von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffene Frauen, Mädchen und Kinder an.

Der Verein informiert über Schutzmöglichkeiten, unterstützt bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven, zeigt Wege in ein gewaltfreies Leben auf und ist Ansprechpartner für Bezugspersonen und Fachpersonal.

2024 gab sich der Verein einen neuen Namen: MaVia e.V. Beratung Begleitung Prävention – Gegen sexualisierte und häusliche Gewalt. „Mit dem neuen Namen soll das gesamte Spektrum des Angebots besser abgebildet werden“, so Tanja Bourges und Marina Weigang, Leiterinnen der Fachstellen.

„Besonders der Begriff „Notruf“ im alten Namen konnte den Eindruck vermitteln, dass Betroffene nur in Krisensituationen Hilfe erhalten oder wenn sie von akuter Gewalt betroffen sind. Und ein „Notruf“ wird oft mit einer durchgängigen Erreichbarkeit und 24-Stunden-Krisenintervention verbunden, was im Rahmen unserer Beratungsstelle nicht gegeben ist.“ Der Name „MaVia“ ist angelehnt an das Italienische und kann übersetzt werden mit „mein Weg“. Hier ist der Weg der Klientinnen gemeint, aber auch der Weg, der MaVia-Mitarbeiterinnen, die die Hilfesuchenden ganz individuell dabei begleiten.

Gefahr K.o.-Tropfen: So schützt man sich

K.o.-Tropfen sind Substanzen, die betäuben und Menschen in einen willen- und hilflosen Zustand versetzen. Betroffene haben oftmals Erinnerungsstörungen oder auch nur sehr bruchstückhafte oder gar keine Erinnerungen an die letzten Stunden.

K.o.-Tropfen werden häufig unbemerkt in Getränke gemischt, sind aber auch über Pulver oder kleine Spritzen verabreichbar. Erste Anzeichen: Betroffene wirken unmittelbar nach Verabreichung sehr betrunken, auch wenn sie vielleicht gar nicht viel getrunken haben, sind leicht manipulierbar, willenlos und wirken bisweilen nicht zurechnungsfähig. Sie können sogar bewusstlos werden.

Die Substanzen wirken sehr schnell, innerhalb von zehn bis 20 Minuten. Danach berichten Betroffene von starker Übelkeit, Erbrechen, Panik- und Angstzuständen sowie über Konzentrationsstörungen – oft tagelang.

Es gibt leider eine hohe Dunkelziffer an Fällen, weil das K.o.-Mittel nur bis zu sechs Stunden im Blut und bis zu zwölf Stunden im Urin nachweisbar ist und daher oftmals

nicht erkannt wird.

Das kann man tun:

•Das eigene Getränk im Blick behalten, austrinken bevor man tanzen geht, im Zweifel Getränk einfach stehen lassen,

• keine offenen Getränke von Unbekannten annehmen,

• aufeinander achten, Absprachen treffen, niemanden einfach zurücklassen,

• bei Unwohlsein oder Übelkeit Freunde oder Personal vor Ort ansprechen (Wiesn-Wache der Polizei, BRK usw.),

• im Zweifel die Polizei anrufen, in Klinik begeben, den Notdienst aufsuchen.

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