Für die Gemeinde war der Großbrand im Juni, der mehrere Familien schwer traf, eine besonders einschneidende Erfahrung: „Wir stellten während des Brandes Räumlichkeiten im ehemaligen Kindergarten, unserem heutigen Bürgertreff, für die Einsatzkräfte und betroffenen Bürger zur Verfügung“, erinnert sich Michael Hausperger, Erster Bürgermeister der Gemeinde Oberbergkirchen. Der Malteser Rettungsdienst richtete dort eine Versorgungsstation ein. Die Gemeinde unterstützte auf vielfältige Weise: Der Wasserwart sicherte die Löschwasserversorgung, die Feuerwehren wurden bei der Nutzung alternativer Wasserquellen wie Dorfweiher und Schönungsteiche unterstützt, und den betroffenen Familien half man bei der Suche nach Ersatzwohnungen.
„Der Brand zeigte, wie wichtig gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehren in unseren Gemeinden sind“, zieht Hausperger Lehren aus dem Ereignis.
Feuerwehr muss gut ausgerüstet sein
Besonders der nächtliche Ausbruch und starker Ostwind hatten das Feuer schnell ausbreiten lassen. Die professionellen Löscharbeiten verhinderten Schlimmeres. Eine wichtige Erkenntnis war auch die Bedeutung einer sicheren Löschwasserversorgung, gerade in Außenbereichen ohne zentrale Wasserversorgung.
Die Gemeinde investiert kontinuierlich in ihre Infrastruktur. Die Wasserversorgung wurde durch verschiedene Maßnahmen zukunftssicher gemacht: „Es besteht ein gut funktionierender Notverbund mit der Wasserversorgung Ampfing“, erklärt Hausperger. Der Hochbehälter wurde außen saniert und erhielt eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit Batteriespeicher für die Stromversorgung. Die geplante Verbindungsleitung zur Gemeinde Schönberg wird die Versorgungssicherheit weiter erhöhen.
Kinderbetreuung gut aufgestellt
Auch im Bereich der Kinderbetreuung ist Oberbergkirchen gut aufgestellt. „Durch den Neubau des Hortes, der bis Ende September fertiggestellt sein wird, und den Neubau unseres Kindergartens mit Krippe ‚Haus der Kinder‘ von 2020 können wir den gesetzlichen Betreuungsanspruch ab 2026 erfüllen“, berichtet der Bürgermeister. Die Einrichtung wird 24 Krippenplätze, 75 Kindergartenplätze und 55 Hortplätze bieten.
Die Familienfreundlichkeit der Gemeinde zeigt sich auch im Freizeitangebot. Mit der Erweiterung der Tennisanlage auf drei regelkonforme Plätze und aktiven Abteilungen für Fußball, Stockschießen, Karate und Hallensport bietet Oberbergkirchen vielfältige sportliche Möglichkeiten. Die Gemeinde unterstützt diese Entwicklung auch finanziell.
Wichtige Modernisierungen
Im Bereich der Abwasserentsorgung wurden wichtige Modernisierungen vorgenommen. „Im vergangenen Jahr wurde die Kläranlage Bichling durch zwei Tauchkörperanlagen erweitert“, erläutert Hausperger. Aktuell wird die Kläranlage Aubenham aufgelöst und das Abwasser über eine bereits gebaute Druckleitung der zentralen Anlage in Bichling zugeführt. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Kläranlage Bichling in den nächsten Jahren zusätzlich einen neuen Rechen mit Sandfang erhalten.
Versorgung mit Wärme
Beim Thema erneuerbare Energien verfolgt die Gemeinde einen bedachten Kurs. Die Fernwärmeversorgung, insbesondere im Neubaugebiet „Am Hang III“, wird derzeit intensiv geplant. „Die Versorgung mit Wärme werden wir bedarfsgerecht umsetzen können“, versichert der Bürgermeister.
In Bezug auf Windkraft nimmt Oberbergkirchen eine zurückhaltende Position ein.
Zurückhaltung bei Windkraft
Zwar verschließt sich die Gemeinde nicht grundsätzlich vor neuen Technologien zur klimafreundlichen Energiegewinnung, wird aber nicht selbst als Planer oder Investor auftreten. „Die ausgewiesenen Vorranggebiete sind in ihrer Gesamtheit nicht optimal für Windkraft, lediglich Einzelstandorte davon“, erklärt Hausperger. Die Initiative überlässt man dem Regionalwerk des Landkreises Mühldorf, dem Oberbergkirchen als Mitglied angehört. Wenn Initiativen von außerhalb kommen oder ein Investor, dann werde man das aber natürlich in der Gemeinde entsprechend bearbeiten!