Heimatgefühl vermitteln

von Redaktion

Gesunder Pragmatismus ist gefragt, um Maßnahmen umsetzen zu können

Die Gemeinde Rattenkirchen steht vor spannenden Entwicklungen: Ein flächendeckender Glasfaserausbau, ambitionierte Klimaschutzprojekte und ein neuer Kindergarten stehen auf der Agenda. „Im Dezember 2024 erreichte uns die gute Nachricht: Die Gemeinde hat einen Zuwendungsbescheid zur Unterstützung des Gigabitausbaus des Bundes erhalten“, so Bürgermeister Rainer Greilmeier. Ein wichtiger Meilenstein, denn damit können künftig alle Adressen im Gemeindegebiet mit einem Glasfaseranschluss bis ans Haus versorgt.

Photovoltaikanlagen und Windkraft

Auch beim Thema Klimaschutz zeigt sich die Gemeinde aktiv. Auf dem Dach des Bürgerhauses wurde im vergangenen Jahr eine Photovoltaikanlage installiert, eine neue Freiflächen-Photovoltaikanlage mit Bürgerbeteiligung am Ortsteil Eitzing ging im Januar ans Netz: „Die Leistung liegt bei 5850 kWp. Damit können über 1250 Haushalte mit Strom versorgt werden“, so der Bürgermeister stolz.

Auch beim Thema Windkraft geht die Gemeinde voran. „Im Gemeindegebiet liegen mehrere Vorranggebiete für Windkraftanlagen. Die Gemeinde hat bereits Gestattungsverträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen“, berichtet Greilmeier. Der nächste Schritt sei nun die Prüfung naturschutz- und artenschutzrechtlicher Vorgaben.

Finanzielle Herausforderungen

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung für Familien und Kinder. „Ziel der Gemeinde ist es, ein gutes Umfeld für unsere Kinder und Familien anbieten und ein Heimatgefühl vermitteln zu können“, betont der Bürgermeister. „Im besten Fall bleiben unsere Bürger von der Geburt bis zum Lebensende in unserer Gemeinde.“ Ein wichtiger Baustein dafür ist der neue Kindergarten, den die katholische Kirche in Zusammenarbeit mit der Gemeinde baut. Die Nahwärmeversorgung wird dabei über die Hackschnitzelheizung im Bürgerhaus sichergestellt.

Projekte, die natürlich auch gesund finanziert werden müssen: „Die Ausgaben steigen deutlich stärker als die Einnahmen. Hier ist echtes Kostenmanagement gefragt“, erklärt Greilmeier. Die Gemeinde hat sich etwa einem Energieeffizienznetzwerk angeschlossen, um Einsparpotenziale zu identifizieren. „Gemeindliche Gebäude und Anlagen wurden auf den Prüfstand gestellt. Potenziale wurden priorisiert und werden abgearbeitet“, so der Bürgermeister. Ein konkretes Beispiel: Die vorhandenen Trinkwasserpumpen werden gegen energieeffiziente Modelle getauscht.

Hohes Gut Ehrenamt

Das Ehrenamt spielt in Rattenkirchen eine zentrale Rolle für das Gemeindeleben. „Mit dem Ehrenamt kann man mitgestalten, man findet neue Freunde und das Ehrenamt macht Spaß. Es kann einem sehr viel zurückgeben“, betont Bürgermeister Greilmeier. Die Gemeinde honoriert dieses Engagement auf verschiedene Weise: Nach den Sommerferien gibt es traditionell ein Dankesessen für die ehrenamtlich Tätigen. Besonders interessant: Bei der Vergabe von Wohnbaugrundstücken erhalten Interessenten zusätzliche Punkte für ihr Engagement im Vereinsleben oder bei der aktiven Feuerwehr.

Die Zukunft des Wohnens ist ein weiteres wichtiges Thema. „Eine komprimiertere Wohnbebauung mit geringerem Flächenverbrauch wird unsere Art zu wohnen zukünftig prägen“, erklärt der Bürgermeister. Dabei hat die Gemeinde besonders junge Familien im Blick: „Das Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für junge Familien anbieten zu können.“

Attraktives Vereinsleben

Ein besonderes Plus für Familien ist das aktive Vereinsleben vor Ort. „Die Vereine sind sehr aktiv und bieten Ferienprogramme und Jugendprogramme während des ganzen Jahres an“, lobt Greilmeier. Diese Angebote tragen wesentlich zur Lebensqualität in der Gemeinde bei.

Bei der Umsetzung aller Projekte setzt die Gemeinde auf eine kluge Finanzstrategie. „Die Gemeinde muss mit dem Unterhalt der Infrastruktur, wie Straßen, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Gewässer usw. ‚am Ball‘ bleiben“, erläutert der Bürgermeister. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung von Fördermitteln. „Deshalb können Maßnahmen nicht immer zu dem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem sie sinnvoll sind, sondern dann, wenn es finanzielle Unterstützungen gibt“, so Greilmeier pragmatisch.

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