Bei AuerBräu steht während der Wiesn ein wichtiger Personalwechsel an: Thomas Frank, langjähriger technischer Geschäftsführer, übergibt ab 1. September seine Aufgaben an Josef Kronast.
Herr Frank, Sie gehen nach 34 Jahren bei AuerBräu in den verdienten Ruhestand. Was waren Ihre größten Meilensteine als Braumeister?
Ich durfte bei AuerBräu den Wandel von einem handwerklich aufgestellten und hierarchisch geführten Betrieb zum qualitätsorientierten und von Teamgeist geprägten Unternehmen initiieren und begleiten. 1997 haben wir uns für konsequent nachhaltige Unternehmensführung entschieden und nach umfangreichen Vorarbeiten nach der EU-Öko-Audit-Verordnung zertifiziert. Dafür waren mitunter Lösungsansätze notwendig, die nicht dem jeweiligen Zeitgeist entsprachen.
Nach intensiven Diskussionen hat man mir vertraut und ich durfte außergewöhnliche Projekte erfolgreich umsetzen, zum Beispiel 2004 den Neubau des Lagerkellers, der immer noch Maßstäbe für Qualität und Hygiene setzt.
Als heimische Brauerei ist das Herbstfest Rosenheim sicherlich einer der Höhepunkte im Brauerei-Jahr. An welche schönen Momente erinnern Sie sich gern?
Der Einzug in der Brauereikutsche ist der Höhepunkt des Jahres. Alle Anspannung der Vorbereitung fällt in diesem Moment ab, die Vorfreude auf 16 fröhliche und ausgelassene Tage mit außergewöhnlichen Begegnungen überwiegt.
Sie waren ein Herzblut-Braumeister – jetzt haben Sie viel Freizeit. Wie wird Ihr Alltag aussehen?
Meine Familie musste in den letzten 30 Jahren oft zurückstecken, da ich zeitlich sehr stark verplant war. Vor allem unsere Enkelkinder freuen sich schon sehr auf die vielen Unternehmungen und Abenteuer, die wir bald gemeinsam erleben werden.
Herr Kronast, Sie sind vielfacher Goldpreisträger, waren 2024 „Braumeister des Jahres“ und sind einer der Besten Ihrer Zunft in Bayern. Welche Herausforderungen erwarten Sie bei AuerBräu?
Ich gehe mit großer Vorfreude und gleichzeitig mit großem Respekt an meine neue Aufgabe heran. Das AuerBräuTeam hat mich sehr herzlich aufgenommen und ich habe mich sofort wohlgefühlt. Eine Herausforderung ist sicherlich, mich schnell in das neue Umfeld und Strukturen einzuarbeiten.
Aktuell kämpft die ganze Branche mit einem rückläufigen Bierkonsum, von daher kann man nur mit höchster Bierqualität, Glaubwürdigkeit, Kundennähe und Nachhaltigkeit die Biertrinkerinnen und Biertrinker überzeugen und auch neue hinzugewinnen.
Wie arbeitet man sich in „die Welt der Auerbiere“ ein – braut man einfach nur Rezepte nach oder braucht es das gewisse Know-how und Fingerspitzengefühl, um die Qualität zu halten?
Die AuerBräu-Biere haben alle eine hervorragende Qualität, es besteht hier sicher kein Handlungsbedarf. Wir brauen mit natürlichen, auch von der Witterung abhängigen Rohstoffen, von daher ist sicherlich Know-how und Fingerspitzengefühl gefragt. Die Braukunst besteht darin, mit nur vier natürlichen Zutaten die vielen verschiedenen Biersorten zu brauen, und zwar immer von gleichbleibend hoher Qualität. Anders als beim Wein werden beim Bier keine Jahrgangsschwankungen toleriert.
Sie starten direkt zum Herbstfest Rosenheim bei AuerBräu als Nachfolger von Thomas Frank. Werden Sie täglich auf der Wiesn sein, um Kunden, Kollegen und vor allem den „AuerBräu-Spirit“ kennenzulernen?
Der Startpunkt hat seine Vor- und Nachteile. Während des Herbstfestes werde ich sehr schnell viele Kontakte zu Kunden, Kollegen und Partnern herstellen können. Mit der parallelen Einarbeitung in der Brauerei werden die 16 Tage aber sicher auch sehr sportlich.
Auf den AuerBräu-Spirit
freue ich mich schon sehr. Ich bin in Prien am Chiemsee geboren und in Rimsting aufgewachsen. Schon als Jugendlicher war ich oft und gerne auf dem Herbstfest. Meine Tochter ist ein ausgesprochener Wiesn-Fan. Von daher kommt zusammen, was zusammenkommen muss.