Baum oder Pool?

von Redaktion

Nachbarschaftsstreit wegen Laub und Ästen

Der ständige Kampf Natur gegen Zivilisation manifestiert sich wohl kaum so deutlich wie beim Baum. Dabei spenden die edlen Riesen Schatten, halten die Luft sauber, sind insgesamt gut für das Klima und wirken – so wird es ihnen nachgesagt – sogar heilsam auf psychische Beschwerden. Der Mensch findet aber gerade auf seinem Grundstück gerne Vorwände, um auch diese Form besonderer Natur als störend wahrzunehmen. So nehmen Bäume häufig selbstverliebt brutzelnden Gartenbenutzern die Sonne weg. Aber auch der Poolbesitzer kann ein natürlicher Feind der bezweigten Riesen sein, das zeigt ein Fall aus dem Raum Frankfurt am Main.

Hier fürchtete besagter Poolbesitzer vor allem eines: dass ihm von den Bäumen des Nachbarn ständig Blätter, Früchte und Äste ins Wasser geweht werden. Der Betroffene forderte deswegen nach einem Bericht der LBS von seinem Nachbarn eine Kostenbeteiligung für den erhöhten Reinigungsbedarf. Das Oberlandesgericht Frankfurt (Aktenzeichen 19 U 67/23) wies die Klage ab. Die vor 90 Jahren gepflanzten Eichen erschienen den Richtern am Ende dann doch wichtiger als ein Pool, bei dessen Errichtung zudem der Kläger den nötigen Grenzabstand nicht eingehalten habe. Ck

Artikel 1 von 11