Bezahlbarer Wohnraum als Mammutaufgabe

von Redaktion

Wie Wohnen in Wasserburg erschwinglich bleiben soll: Interview mit Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl

Günstige Wohnungen sind in Wasserburg heiß begehrt. In der historischen Innstadt ist die Fläche begrenzt. Teure Baukosten erschweren preiswertes Bauen. Über Herausforderungen, Lösungen und erfolgreiche Maßnahmen berichtet Bürgermeister Michael Kölbl im Interview.

Wie ist die aktuelle Situation in Wasserburg, was bezahlbaren Wohnraum angeht?

Die Nachfrage nach Wohnraum ist in Wasserburg wie in der gesamten Region seit Jahren sehr hoch. Zweifelsohne gibt es eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Die Stadt Wasserburg a. Inn liegt in einem Gebiet „mit angespanntem Wohnungsmarkt“, weil die Voraussetzungen gemäß Paragraf 201a Satz 3 des Baugesetzbuches erfüllt werden. Die Stadt verwaltet rund 220 eigene Wohneinheiten. Die Nachfrage ist auch hier sehr hoch und es gibt viele vorgemerkte Mietinteressenten für die rund 15 Mieterwechsel im Jahr.

Beschreiben Sie aktuelle Bauprojekte, die sich auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum konzentrieren.

Derzeit sind mehrere Projekte geplant oder bereits in Umsetzung. So errichtet der Bezirk Oberbayern beziehungsweise die Oberbayerische Heimstätte derzeit auf dem Gelände des kbo-Inn-Salzach-Klinikums 57 Appartements und Wohnungen für Bedienstete. An der Pfarrer-Neumair-Straße entsteht der letzte Bauabschnitt einer großen Wohnanlage durch einen privaten Investor. In der Burgau Süd, der Altstadt und im oberen Burgerfeld sind mehrere private Bauvorhaben in der Planungsphase. Nicht zuletzt ist die alte Essigfabrik am Rande der Altstadt zu nennen, wo 79 neue Wohnungen entstehen werden. Die Stadt hat nach umfangreichen planerischen Vorarbeiten mit der Firma Schmölzl einen lokalen Investor für die Umsetzung gewinnen können. Der Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet.

Wie arbeitet die Stadt mit anderen Akteuren zusammen, um die Wohnsituation zu verbessern? Warum ist diese Zusammenarbeit nötig?

Ein Wohnungsbauprojekt wie auf dem Gelände der ehemaligen Essigfabrik mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro kann die Stadt mit eigenen Mitteln nicht schultern – vor allem in Anbetracht der Pflichtaufgaben, die zu erfüllen sind. Kooperationen zwischen Kommunen und privaten Investoren mittels städtebaulicher Verträge ermöglichen die Umsetzung städtebaulicher Ziele. Die Stadt konnte für das geplante Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Essigfabrik eine öffentliche Bindung für insgesamt 50 Prozent der Wohnungen vertraglich sichern.

Eine enge Zusammenarbeit pflegt die Stadt auch mit der GWG Wasserburg eG. Die Wohnungsbaugenossenschaft besitzt einen umfangreichen Wohnungsbestand von rund 1500 Wohnungen in der Region. Für einen Teil der Wohnungen verfügt die Stadt über Mietervorschlagsrechte. Das Motto „Gut und sicher wohnen“ trifft sowohl auf den Bestand der GWG eG als auch der Stadt zu.

– Fortsetzung auf Seite 6 –

Artikel 1 von 11