Immer mehr Jugendliche absolvieren nach dem Schulabschluss keine Ausbildung oder haben keinen konkreten beruflichen Plan. Diese Entwicklung wird durch aktuelle Studien und Statistiken deutlich und wirft Fragen sowohl für die Bildungspolitik als auch für Familien auf.
Laut einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind derzeit etwa 1,6 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss. Dies entspricht rund 13 Prozent dieser Altersgruppe. Besonders besorgniserregend ist, dass viele dieser Jugendlichen nicht erwerbstätig sind und somit wenige Perspektiven für ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt haben. Darüber hinaus sind laut Eurostat rund 628000 Jugendliche (2023) zwischen 18 und 24 Jahren weder in Ausbildung noch erwerbstätig – sie gelten als sogenannte NEETs: Not in Education, Employment or Training.
Diese Zahl wächst trotz des Fachkräftemangels weiter, was auf vielfältige Probleme hinweist: fehlende Ausbildungsplätze, mangelnde Orientierung, aber auch persönliche Herausforderungen und ein gesellschaftlicher Wandel, der traditionelle Karrierewege verändert. Darauf verweist eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Jugendlichen fehlt oft die Klarheit über ihre berufliche Zukunft, wodurch sie nach dem Schulabschluss „abhängen“ oder sich bewusst Zeit lassen, um später eine Ausbildung zu suchen.
Positiv: Daten aus Bayern bestätigen einen steigenden Bildungsgrad bei Auszubildenden: 2024 verfügten 30 Prozent der Auszubildenden über (Fach-)Abitur, was den Wandel in der Qualifikationsstruktur unterstreicht.
Wie sollen Eltern
reagieren?
Doch wie sollen Eltern reagieren, wenn ihr Kind nach dem Schulabschluss „völlig gechillt“ ist und keine klaren Ziele verfolgt? Fachleute empfehlen, Jugendlichen Raum für eigenständige Entscheidungen zu geben, aber gleichzeitig durch Beratung, Motivation und Unterstützung die Orientierung zu fördern. Extremes „Abhängen“ sollte dabei frühzeitig wahrgenommen werden, um langfristige Risiken wie Arbeitslosigkeit oder soziale Probleme zu vermeiden.
Manchmal hilft ein Ansprechpartner, um die Situation einordnen zu können. Eine kostenfreie und anonyme Beratung für Eltern und Jugendliche bietet zum Beispiel die „Nummer gegen Kummer“ an. Hier können alle Probleme und Sorgen angesprochen werden.
Das Elterntelefon ist zu erreichen unter der Nummer 0800/1110550.