Wechseljahre als Wirtschaftsfaktor

von Redaktion

Neue Studie zeigt Handlungsbedarf für Unternehmen

Beschwerden in den Wechseljahren kosten deutsche Unternehmen jährlich Milliarden. Die erste deutsche Studie „Wechseljahre und Leadership“, beauftragt von den Healthcare Frauen e.V. (HCF), belegt: Mehr als jede zweite weibliche Führungskraft erlebt die Wechseljahre als mentale und körperliche Herausforderung. Für Unternehmen entstehen dadurch Produktivitätsverluste, Know-how-Verlust und steigende Rekrutierungskosten – gleichzeitig liegen enorme Chancen in einer proaktiven Unternehmenskultur.

Die Untersuchung zeigt: 51,9 Prozent der Befragten berichten von spürbaren Leistungseinbußen, 38,8 Prozent reduzierten ihre Arbeitszeit oder wechselten die Position. Laut einer Erhebung der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin summieren sich die wirtschaftlichen Folgekosten auf rund neun Milliarden Euro pro Jahr.

International werden sogar mehr als 150 Milliarden US-Dollar an Produktivitätsverlusten ausgewiesen.

„Unternehmen, die das Thema Wechseljahre enttabuisieren und konkrete Unterstützungsangebote schaffen, sichern sich nicht nur motivierte Mitarbeiterinnen, sondern reduzieren signifikant ihre Kosten“, betont Prof. Dr. Susanne Eble, Studienleiterin und Beirätin bei HCF, einem der führenden Netzwerke weiblicher Führungskräfte im Gesundheitswesen.

Frauen in dieser Lebensphase sind hochqualifiziert, erfahren und oft in Schlüsselpositionen tätig. Frühzeitige Kündigungen oder verpasste Karriereschritte bedeuten für Unternehmen nicht nur Wissenstransferverluste, sondern auch steigende Recruiting- und Einarbeitungskosten.

Erfolgreiche Praxisbeispiele aus Großbritannien und den USA – etwa bei Vodafone oder Diageo – belegen, dass gezielte Menopause-Support-Programme die Produktivität und Mitarbeiterbindung nachhaltig steigern. „Deutschland hinkt hier noch hinterher. Das wollen wir Healthcare Frauen nicht so stehen lassen und engagieren uns für eine Enttabuisierung der Wechseljahre auf politischer, gesellschaftlicher, aber auch wirtschaftlicher Ebene“, so Cornelia Wanke, Vorständin der Healthcare Frauen.

Unternehmen müssen Wechseljahre als strategisches Thema verstehen, um Kosten zu reduzieren und weibliche Führungskräfte zu halten. Die HCF-Studie benennt konkrete Handlungsfelder:

• Offene Kommunikation undFührungskräfteschulungen

• Flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice

• Gezielte Gesundheitsangebote

• Kultur der Wertschätzung und Wissensbewahrungdpa

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