Außen kompakt, innen geräumig: Kompakte SUV schicken sich gerade an, die Platzhirsche von der Spitze der Zulassungsstatistik zu verdrängen. Audi rangiert mit dem Q3 bisher nicht ganz vorn, will aber bei der Neuauflage mit Ausstattungsdetails aus höheren Klassen punkten.
Als Highlights bei einem ersten Test zeigte sich das Fahrwerk mit Zweiventil-Dämpferregelung. Auf sehr verbrauchten Straßen im südlichen Schottland drangen Schläge kaum in den Innenraum. Enthalten ist das im Tech-Pro-Paket für knapp 6000 Euro. Damit durchbricht aber selbst der beim Einstiegspreis günstigste Q3 – ein Mild-Hybrid mit 150 PS Benzinmotor (ab 44600 Euro) – die 50000-Euro-Schallmauer.
Gut gelungen ist die Abstimmung der Lenkung, die in jedem Fahrmodus eine deutliche Rückmeldung liefert. Fahrtechnisch überzeugt das Auto auf ganzer Linie in jeder Motorisierung. 150 PS als Benziner und Diesel (ab 46900 Euro) dürften für die meisten ausreichen. Allradantrieb gibt es allerdings nur mit den stärkeren Benzinmotoren mit 204 PS (ab 51200 Euro) und 265 PS (ab 59900 Euro). Beim schnittig-eleganten Sportback kommt noch jeweils eine kleine vierstellige Summe obendrauf. Interessant ist der Plug-in-Hybrid mit 272 PS Systemleistung und 120 Kilometern elektrischer Reichweite (ab 49300 Euro). Viele Alltagsfahrten dürften so rein elektrisch möglich sein.
Ansprechend und elegant der Innenraum. Da leistet sich Audi keinen Ausrutscher beim Premium-Anspruch. Die Bedienelemente sind klar angeordnet. Nach kurzer Eingewöhnung findet man sich auch mit der Gangwahl am Lenkrad gut zurecht. Wichtige Einstellungen erfordern kein Fummeln durch die Touchscreen-Ebenen, denn sie sind auch über mehrfachen Tastendruck zu bewerkstelligen.
Die beiden Bildschirme bieten eine Fülle an Informationen über Navigation, Verbrauch, aktuelle und erlaubte Geschwindigkeit. Das große Zentraldisplay kann man für Unterhaltungs- und Komfortfunktionen einsetzen.
Einen zwiespältigen Eindruck hinterließ bei einer abendlichen Fahrt das optionale Matrix-LED-Licht (1240 Euro extra). Zusatzinformationen werden auf die Fahrbahn projiziert, sind aber bei Nässe nicht immer sicher zu erkennen. Hilfreich: Lichtstreifen, die bei Engstellen oder Baustellen anzeigen, ob man durchkommt. Doch auch das Basis-LED-Licht kann sich sehen lassen.
Insgesamt ist der Q3 ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorgängermodell. Schon die Basis-Ausstattung ist gut. Nimmt man Aufpreise in Kauf, bleiben kaum Wünsche offen. Der Einstieg ins Kompaktsegment soll ja nicht mit Verzicht verbunden sein. MARTIN PREM