2019 halfen die Oberornauer Feuerwehrler im Berchtesgadener Land, die Schneemassen zu beseitigen.
Bei einer Großübung mit anderen Wehren wurde der Einsatz bei einem Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens trainiert. Foto Eß
Seit fast 150 Jahren steht die Freiwillige Feuerwehr Oberornau für Engagement, Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft. Am 3. März 1878 schlossen sich 60 Männer freiwillig zusammen – ein beeindruckender Start für die damalige Zeit. Schon früh verfügte die Wehr über einen eigenen pferdegezogenen Löschwagen. Auch das gesellige Miteinander spielte von Anfang an eine Rolle, wie eine Einladung zum Feuerwehrball 1892 belegt.
Bereits 1909 zählte die Wehr 102 aktive Mitglieder bei 577 Einwohnern, 1934 standen 100 Männer mit moderner Ausrüstung bereit – darunter eine Motorspritze von 1930, die bis heute beim Oldtimertreffen zu sehen ist.
Heute sorgt ein starkes Team mit 71 Aktiven, 13 Atemschutzträgern und vier Jugendlichen für Sicherheit im Ort. Kommandant Michael Sedlmaier und sein Stellvertreter Matthias Staudinger führen die Truppe, im Verein mit 233 Mitgliedern ist Fabian Hirschstetter Vorsitzender.
Ein großes Ereignis war 2023 die Ausmusterung des traditionsreichen Unimogs „Muggl“. Der neue Stolz der Wehr ist nun das LF 10-Allrad auf Mercedes-Benz-Fahrgestell mit Aufbau von Ziegler. Das modern ausgestattete Fahrzeug meisterte seinen ersten Einsatz – Schneebruch – auf Anhieb und trägt seither den Spitznamen „Bär“. Ergänzt wird der Fuhrpark durch ein MTW auf VW Crafter-Basis aus dem Jahr 2016.
Auch das Feuerwehrhaus am Dorfplatz hinter der Kirche ist ein Gemeinschaftswerk: Es wurde zwischen 2011 und 2013 mit viel Eigenleistung gebaut und bietet Platz für Fahrzeuge, Schulungen und moderne Technik.
Zu den größten Einsätzen der letzten Jahre zählen die Hochwasserhilfe in Pfaffenhofen/Ilm (2024), die Brände eines Sägewerks in Schwindegg und einer Schreinerei in Oberornau (beide 2024) sowie die Katastrophenhilfe beim Schneeeinsatz in Berchtesgaden (2019).
Mit Blick auf die Zukunft sieht sich die Wehr gut gerüstet: Digitalisierung, neue Einsatzszenarien und extreme Wetterlagen werden kommen – durch Ausbildung, Technik und Zusammenhalt bleibt Oberornau bestens vorbereitet. Das gesellschaftliche Leben kommt dabei nicht zu kurz: Das jährliche Weinfest zu Pfingsten ist Tradition, und das 150-jährige Jubiläum wird 2028 gemeinsam mit den Schützen Hofgiebing groß gefeiert – zwölf Tage lang, vom 25. Mai bis 5. Juni.
Ein starkes Zeichen für gelebte Feuerwehrkameradschaft – damals, heute und in Zukunft.