Das Gerätehaus in idylischer Lage.
Rund 4500 Ausbildungsstunden haben die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Kraiburg am Inn allein im Jahr 2024 bereits geleistet – eine eindrucksvolle Zahl, die den hohen Einsatz und die vielfältigen Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer unterstreicht. Die Wehr, die seit 1871 besteht, zählt aktuell 45 aktive Mitglieder im Alter von 18 bis 67 Jahren sowie zehn Nachwuchskräfte zwischen 16 und 18 Jahren, darunter 24 Atemschutzträger. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich 20 Jungen und ein Mädchen, wie Kommandant Mathias Weinert mitteilt.
Zu den Besonderheiten der Kraiburger Feuerwehr zählt neben Brand- und technischer Hilfeleistung auch die Wasserrettung mit dem eigenen Rettungsboot. Nach dem verheerenden Hochwasser von 1985, das große Teile des Ortes betraf, wurde 1986 ein Einsatzboot angeschafft. Inzwischen kommt das 2015 ersatzbeschaffte Boot vor allem auf dem Innkanal zwischen Jettenbach und Mühldorf zum Einsatz, zum Beispiel bei Vermisstensuchen, Tierbergungen oder Menschenrettungen.
Die Feuerwehr ist mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16, Baujahr 2013), einem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6, Baujahr 2002), einem Mehrzweckfahrzeug (MZF, Baujahr 2005 – derzeit in Ersatzbeschaffung), einem Rüstwagen (RW 1, Baujahr 1985) und dem Rettungsboot (RTB 2, Baujahr 2015) für verschiedenste Notfälle gerüstet.
Auch die Vereinsarbeit spielt eine wichtige Rolle im Feuerwehrleben. Vorsitzender Martin Berger und sein Team zählen insgesamt 237 Mitglieder. Beliebte Veranstaltungen wie der jährliche „Maibierausschank“, das Weinfest „Südtiroler Abend“ oder die Christbaumversteigerung sorgen für Gemeinschaft und gesellschaftlichen Austausch. Seit 1962 besteht zudem eine enge Partnerschaft mit der FF Ybbs an der Donau.
Die Jugendarbeit der Feuerwehr ist seit 1972 eine tragende Säule und bietet wöchentliche Übungsabende, die Teilnahme an Zeltlagern, Prüfungen und Freizeitveranstaltungen.
Zu den prägendsten Einsätzen der letzten Jahre zählen der Brand landwirtschaftlicher Anwesen in den Jahren 2020 und 2006, ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person im Oktober 2023 sowie die Hilfe beim Jahrhunderthochwasser 2005.
Ein Wermutstropfen: Das 150-jährige Bestehen im Jahr 2021 konnte pandemiebedingt nicht mit einem großen Fest gefeiert werden. Dennoch wurde die neu beschaffte Fahne im kleinen Kreis geweiht – und die Wehrleute stellten ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis, als sie noch während des Gottesdienstes zu einem Brandeinsatz gerufen wurden. „Pünktlich zum Gruppenfoto waren wieder alle Kräfte zurück“, erinnert sich die Feuerwehr.