Übungen bereiten die Feuerwehrleute auf den Ernstfall vor, können aber nicht vor den erschütternden Bildern schützen, die die Einsatzkräfte möglicherweise erwarten. Foto FF Mößling
Dieser Zusammenstoß bei Rattenkirchen zwischen einem Pkw und einem Lkw im Januar dieses Jahres endete für den Pkw-Fahrer tödlich.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Polizei oder Rettungsdienst?
Alfred Stadler: Am Einsatzort gibt es eine klare Hierarchie, unser direkter Ansprechpartner ist zuallererst die Einsatzleitung der Feuerwehr. Aber auch die notwendigen Absprachen und Regelungen der Zuständigkeiten mit den anderen Blaulichtorganisationen funktionieren in der Regel reibungslos. An den Einsatzstellen gibt es einen guten Zusammenhalt und wir unterstützen uns, wo es möglich ist.
Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Andreas Klein: Ich habe Sozialpädagogik und Theologie studiert und eine Grund- und Aufbauausbildung als Notfallseelsorger durchlaufen. Hinzu kommen Fortbildungen in Logotherapie und Mediation.
Alfred Stadler: Wir haben in der PSNV-E eine einheitliche Ausbildung nach „Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen“ (SBE). Die Module gelten für alle Einsatzorganisationen und geben uns eine feste Struktur – sei es für Einzelgespräche oder Gruppeninterventionen.
Was hat Sie bewogen, Feuerwehrseelsorger zu werden?
Andreas Klein: Ganz salopp: „Wie die Jungfrau zum Kind.“ Nach tragischen Einsätzen fragte mich der damalige Feuerwehrkommandant, ob ich Kameradinnen und Kameraden begleiten kann. Später bat mich der Kreisbrandrat, die Aufgabe im Landkreis zu übernehmen.
Alfred Stadler: Ich bin schon als Jugendlicher bei der Feuerwehr gewesen. Erst nach einem beruflich bedingten Ortswechsel kam ich 2014 wieder zurück – und wurde vom Kreisbrandrat Harald Lechertshuber gefragt, ob ich Andreas als Fachberater Seelsorge im Kreisfeuerwehrverband unterstützen möchte. Ich habe sofort zugesagt.
Was sind die größten Herausforderungen? Gibt es auch schöne Momente?
Andreas Klein: Die größte Herausforderung ist oft, nicht zu wissen, was einen vor Ort erwartet. Dazu kommt, die Stille auszuhalten und ohne Ratschläge für die Betroffenen da zu sein, mit Empathie und offener Haltung.
Alfred Stadler: Es gibt dankbare Momente, wenn Einsatzkräfte Wochen später sagen: „Danke, dass ihr damals da wart.“ Und die Gemeinschaft innerhalb der Feuerwehr, zu sehen, wie Kameradinnen und Kameraden sich gegenseitig stützen, das tut unheimlich gut.