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von Redaktion

Neues Geld der Bundesregierung fließt in die Förderung von Energieeffizienzhäusern

Neues Geld aus den durch Schulden finanzierten, gut gefüllten Fördertöpfen der Bundesregierung soll in den Wohnungsbau fließen. Laut Medienberichten will Schwarz-Rot ab Mitte Dezember 800 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um im kommenden Jahr erneut Effizienzhäuser mit dem Standard EH55 zu fördern. Die Bauwirtschaft zeigt sich erfreut über die Maßnahme. Widersprüche bleiben allerdings.

EH 55 steht für einen Energieeffizienzstandard bei Gebäuden, bei dem der Primärenergiebedarf maximal 55 Prozent von dem eines vergleichbaren Referenzgebäudes beträgt. Besonders die Ampel-Regierung setzte auf diese Förderung, ist doch mit ihr zwingend die Realisierung eines nachhaltigen Wohnprojekts verbunden. In Zeiten steigender Wohnungsnot wirbt die Branche heutzutage allerdings für einfache, günstiger gestaltete Bauprojekte. Immerhin zehn Prozent (oder 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter) teurer ist der Bau eines EH-55-Wohnhauses. Allerdings rentieren sich die Mehrausgaben im Nachhinein oft über niedrigere Energiekosten.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) begrüßt jedoch die neue Förderung ausdrücklich. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa hofft auf neuen Schwung, gerade bei den geplanten, aber noch nicht realisierten Bauvorhaben. „Allein über 120000 Wohnungen der noch nicht begonnenen rund 300000 Neubauten im Bauüberhang wurden unter früheren, attraktiveren Finanzierungsbedingungen geplant und sind heute nicht mehr wirtschaftlich. Die Förderung kann diese Projekte für die Bauherren wieder in greifbare Nähe rücken.“

Einen kleinen Seitenhieb gegen die ehemalige Ampel-Regierung und deren teils chaotische Förderpolitik kann sich allerdings auch Pakleppa nicht verkneifen: „Für den Wohnungsmarkt wäre zudem eine Verstetigung des Programms extrem wichtig. Um einen Ansturm und abrupten Förderstopp zu vermeiden, sollte die Bundesregierung alles daran setzen, die KfW-Mittel aufzustocken.“ Ob von den neuen Fördermaßnahmen der gesamte Wohnungsbau profitiert, bleibt abzuwarten. Pakleppa jedenfalls hofft auf weitere Gelder aus Berlin. Es stehe „viel auf dem Spiel“. Christoph Kastenbauer

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