Er wird als solider Kumpel geschätzt. In vierter Generation passt er sich nun als Teilzeit-Stromer der automobilen Trendwende an. Mit der Kraft von zwei Herzen will der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid für ein neues Fahrerlebnis werben. Reichweiten und Umweltschutz auf einen Nenner zu bringen, gelingt gut mit der Kombination aus Verbrenner und Elektromotor. Probieren wir es mit dem auch optisch aufgehübschten SUV im Alltag aus.
Lob: Unter der Woche zur Arbeit, dazu die eine oder andere Versorgungsfahrt. Das schafft der Outlander locker rein elektrisch. Gut 90 Kilometer reichen wohl den meisten Pendlern. Auch für Einkäufe in Stadt und Umland reicht die Stromversorgung. Ist der Akku dann doch mal unvorhergesehen leer, zündet der Vierzylinder. Im Power-Fahrmodus mobilisieren Verbrenner und E-Motoren 306 PS. Damit stürmt der Outlander wuchtig in acht Sekunden auf 100 km/h. Die maximalen 170 km/h können als vernünftige Höchstgeschwindigkeit akzeptiert werden. Meist sind wir im Charge-Modus unterwegs und lassen die Batterie während der Fahrt aufladen. Rekuperieren kann man im B-Modus – allerdings nicht bis zum Stillstand.
Der Allradantrieb nützt auf unbefestigten Flurwegen, vordergründig soll er helfen, Lasten sicher zu ziehen (1600 Kilogramm) und Fahreigenschaften zu verbessern. Trotz aller Bemühungen schafft es der Outlander nicht zum Dynamiker. Wankneigung in Kurven setzt Grenzen. Gut, dass die Elektronik (ESP) hellwach ist und schnell eingreift. Spaß macht das gut gefederte SUV vor allem auf der Autobahn. Auch in der Stadt kommt man mit dem 4,72 Meter langen SUV dank leichtgängiger Lenkung und übersichtlicher Sitzposition gut zurecht.
Weitere Pluspunkte sammelt der Outlander durch großzügiges Raumangebot, kantenlosen Zugang zum Kofferraum (498 bis 1.404 Liter), praktische Tasten als Bedienungshilfen und gute Verarbeitung.
Kritik: Elektronische Wächter an Bord sind übersensibel, nerven mit Warnsignalen und Eingriffen. Abschalten ist möglich. Auch die Sprachassistentin zeigt sich begriffsstutzig. Und maximal 50 kW Ladeleistung raten dazu, den 22,7-kWh-Akku über Nacht an Wallbox oder Steckdose zu laden, statt an öffentlicher Ladesäule.
Kosten: Im Hybrid-Modus lag der Verbrauch bei knapp über acht Litern auf 100 Kilometer. Die ökonomische Variante: Möglichst rein elektrisch fahren und den Strom daheim zapfen.
Fazit: Den gut ausgestatteten Basis-Outlander PHEV gibt es für knapp unter 50.000 Euro. In Top-Ausstattung mit umfangreicher elektronischer Assistenz und vielen Komfort-Highlights sind es 61.000 Euro (Testwagen). Inkludiert ist eine sechsjährige Garantie. Das kann sich wirklich sehen lassen. MANFRED GLEISSNER