Begrünte Dächer und Fassaden boomen

von Redaktion

Die Klimaschutzmaßnahmen werden immer mehr nachgefragt – Luft nach oben bleibt

Neue Grünflächen braucht das Land – gerade im Angesicht von Klimawandel und Hitzesommern. Und es gibt viele davon, in Städten zwar nicht unbedingt auf der Straße, aber dafür eine Ebene darüber: Die Dach- und Gebäudebegrünung nimmt hierzulande immer mehr an Fahrt auf. „Mit etwa 200 Millionen Quadratmetern Dachbegrünungsflächen und den verschiedenen kommunalen Förderinstrumenten als auch Länder- und Bundesförderprogrammen darf sich Deutschland im weltweiten Vergleich zu Recht in der Spitzengruppe sehen“, sagt Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG). Der neu erschienene BuGG-Marktreport belegt diese positive Entwicklung. So wurden vergangenes Jahr rund neun Millionen Quadratmetern Dachfläche neu begrünt.

Auch die Fassade wird immer mehr als Möglichkeit der Begrünung entdeckt. So beziffert der Marktbericht für das Jahr 2024 etwa 137.100 Quadratmeter neue Fassadenflächen – entweder als bodengebundene Fassadenbegrünungen mit Kletterhilfen (circa 109.600 Quadratmeter) oder als wandgebundene Fassadenbegrünungen (circa 27.500 Quadratmeter).

Dach- und Fassadenbegrünungen bieten dabei durch ihre Versickerungsflächen Schutz vor Überflutung sowie durch ihre Verdunstungskühle und natürlichen Dämmeigenschaften effektive Klimaregulierung. Zudem schaffen sie gerade in der Stadt Lebensraum für Flora und Fauna und fördern so die Biodiversität.

Trotz der positiven Zahlen ist bei der Dach- und Fassadenbegrünung immer noch Luft nach oben, das betont auch Mann. Der BuGG nimmt für Deutschland bei neu gebauten Flachdächern im Jahr 2024 eine Fläche von 69 Millionen Quadratmetern an, die tatsächlich begrünten neun Millionen machten so gerade mal 13 Prozent aus.

Hier sieht der BuGG-Präsident noch enormes, bisher ungenutztes Potenzial: „Das Thema Gebäudebegrünung ist einerseits angekommen, wie die über die Jahre hinweg steigenden Zahlen der neu begrünten Flächen als auch der fördernden Städte verdeutlichen. Andererseits sind wir noch weit weg von einer Selbstverständlichkeit der Gebäudebegrünung.“

Christoph Kastenbauer

Artikel 10 von 11