Fortsetzung
Erste Lektion in Resilienz: Definition. Was ist eigentlich unter Resilienz zu verstehen? Resilienz ermöglicht vor allem, Überforderung auszuhalten und bewusst damit umzugehen.
Reflektieren,
achtsam sein
Es bedeutet, die eigenen Erwartungen zu reflektieren, Verantwortung für Denken und Handeln zu übernehmen und auf sich selbst zu achten. Rituale und Stoppmomente helfen, den Kontakt zu sich selbst nicht zu verlieren – wie etwa die Bewegung beim Qigong, die uns innehalten, stabilisieren und gleichzeitig öffnen lässt.
Bei Sabine Heyer Jahns Inseltagen spiegelt sich das wider: Wir gehen hinaus in die Natur, malen, tanzen, essen gemeinsam und schaffen ein tragendes Netzwerk aus Begegnungen und Erfahrungen. Austausch ist ein Zauberwort. Dieses Netzwerk trägt weit über die Tage hinaus und gibt Sicherheit.
Resiliente Menschen halten Belastungen aus und gehen hindurch, ohne daran zu zerbrechen. Dafür braucht es eine bewusste Haltung: Wie schaust du auf dein Leben? Kannst du Frieden schließen mit deiner Vergangenheit und schwierigen Menschen? Wie offen bist du für das Neue, das entsteht?
Keine Bewertung
und Verurteilung
Auf das eigene Leben blicken – das kann verdammt wehtun. In Einzelgesprächen nähert sich Bine sanft möglichen Schmerzpunkten, die Vergebung brauchen. Oder anders formuliert: den Wunden, die geheilt werden wollen. Malend eröffnen sich Wege. Erarbeitet positive Glaubenssätze, bestärkt Bine die Kursteilnehmer. Immer bestrebt, die Würde des Anderen zu beachten.
Schon am zweiten Tag beeindruckt die Offenheit meiner Kursteilnehmer – und auch die eigene. Man kennt sich nicht und ist doch bereit, das eigene Leben in allen Farben zu schildern. Da steht kein Muss, sondern ein Wollen dahinter. Vertrauen kann man das auch nennen. Wie macht Sabine Heyer Jahn das? „Vieles stellt sich von selbst ein“, meint sie bescheiden. Die Lebensgeschichten bewegen, manche Träne wird geweint, viel wird gelacht. Die Tiefe des Lebens, die Vielfalt des Lebens, Lebensglück und Lebensleid – alles wird betrachtet, aber nicht bewertet oder verurteilt.
Die positiven Aspekte des Menschseins prägen die Methodik von Sabine Heyer Jahn. Sie orientiert sich an der sogenannten positiven Psychologie – ein wissenschaftlicher Ansatz, der sich nicht auf die Heilung von Krankheiten, sondern auf die Stärkung menschlicher Ressourcen, das Wohlbefinden, die Lebenszufriedenheit und die Entfaltung des Potenzials konzentriert, indem sie untersucht, was das Leben lebenswert macht, wie Glück entsteht und welche Stärken Menschen besitzen.
Positive Psychologie zielt darauf ab, Menschen zu helfen, ein erfülltes Leben zu führen, Resilienz aufzubauen und positive Eigenschaften wie Dankbarkeit, Kreativität oder Mut zu fördern.
„Schreibe dein Tagebuch der Möglichkeiten“, diktiert uns Bine heute ins Heft. Das heißt: Verändere einschränkende Überzeugungen wie „Ich darf nicht…, Ich kann nicht… Ich habe nicht das Recht…, Ich muss …“. indem du das „Unmögliche“ visualisierst. Beginne den Satz immer mit „Selbstverständlich kann ich…“
Wieder stehe ich in dieser herrlichen Bucht im kühlen Chiemseewasser. Der letzte Kursmorgen bricht an: „Auf geht‘s, stützen wir den Himmel!“, ruft Bine fröhlich. Mein anfänglicher Zweifel an dieser Qigong-Übung hat sich in wenigen Tage in Mut und Kraft gewandelt: Selbstverständlich kann ich den Himmel stützen! Wer, wenn nicht ich! Und das nicht nur heute – ich bin mir sicher auch dann, wenn das Schiff wieder im Alltag anlegt.
Resilienzkurse auf der Fraueninsel gibt es auch im neuen Jahr: www. www.sabine-heyer-jahn-coaching.de.