Zwei Wochen Florida

von Redaktion

Ein Roadtrip zwischen Korallenriff, Kosmos und Karibikflair

Von Anfang an ist klar: Zwei Wochen reichen nicht. Nicht für diesen Bundesstaat, der sich wie ein Kaleidoskop aus Strand, Sumpf, Skyline und Space Age anfühlt. Und schon gar nicht für all das, was man sich vorgenommen hat – Schnorcheln an Korallenriffen,

Joggen auf Don-Johnson-Spuren, Alligatoren zählen, kubanischen Kaffee trinken, Raumfahrtgeschichte inhalieren. Florida, der „Sunshine State“, macht es einem schwer Prioritäten zu setzen. Dabei stand Florida ursprünglich gar nicht auf dem Plan. Die Kuba-Reise fiel erst Hurricane Melissa und dann einem Dengue-Ausbruch zum Opfer. Also: umbuchen. Miami statt Havanna. Der Entschluss fiel in Minuten, die Vorbereitung dauerte kaum länger – und genau das erweist sich im Rückblick als Glücksfall.

Art-Déco und
Wellenrauschen

Miami Beach empfängt uns mit einer Mischung aus tropischer Brise und Großstadt-Attitüde. Unser Hotel, fünf Gehminuten vom Ocean Drive, liegt inmitten des berühmten Art-Déco-Viertels. Neonfarben, Rundfenster, Palmen. Davor knattern Lamborghinis über die Flaniermeile, dahinter stählen Bodybuilder ihre Muskeln im Freiluft-Fitnessstudio. Alles wirkt wie eine Kulisse – und doch entspannt. Nebensaison eben.

Zwei Abstecher führen uns durch Miamis Kontraste: Wynwood, die Freiluftgalerie linker politischer Statements und popkultureller Ikonen – Messi hier, Marilyn da. Und Little Havana, wo das kubanische Herz der Stadt schlägt. In der 8th Street liegen der Duft von Kaffee und Zigarren in der Luft, im Domino Park debattieren Männer mit wettergegerbten Gesichtern über Politik, während Hähne zwischen den Bänken stolzieren. Ein Hauch Kuba – und ein Trost für das eigentliche Reiseziel, das wir verpasst haben.

Zwischen Halloween-
Trubel und stillen Riffen

Der Nissan Versa ist schnell gepackt, der Tank voll – Kurs: Süden. Die Keys ziehen sich wie ein tropischer Faden in den Golf. Der Weg führt über die berühmte Seven Mile Bridge, vorbei an „Fred the Tree“, einem hartnäckigen Baum, der auf einer stillgelegten Brücke überlebt. Floridas Humor ist mitunter eigen.

In Key West landen wir ausgerechnet an Halloween. Die Duval Street verwandelt sich in eine farbenfrohe Bühne: Schneewittchen mit 17 Zwergen, fünf verschiedene Freddie Mercurys, Figuren aus der Rocky Horror Picture Show. Alles jubelt, tanzt, lacht. Tags drauf wird es ruhiger. Wir fahren hinaus zum „Monroe Reef“. In Key Largo geht es zum legendären „Christ of the Abyss“, einer Christusstatue, die 17 Meter tief im Meer steht und von Korallen überzogen ist.

Das Wasser ist unruhig, der Wind kräftig – und doch: Das Schweben über farbigen Korallen wirkt auf uns wie entspannende Meditation.

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