Weihnachten mal anders

von Redaktion

Skurrile Traditionen von Südafrika über Mexiko bis nach Japan und Norwegen

Wenn der ganze Ort die Rollschuhe schnürt, um zur Christmette zu skaten, und die Kinder einen Holzblock füttern, um Geschenke zu bekommen, ist klar: Weihnachten kennt keine Grenzen – und keine einheitlichen Rituale. Wir haben ein paar skurrile und witzige Weihnachtstraditionen aus aller Welt gesammelt.

Japan: zum Fest ins
Fastfood-Restaurant

In Japan ist Weihnachten kein offizieller Feiertag – gefeiert wird trotzdem. Der vielleicht verrückteste Brauch: Am 24. Dezember essen Millionen Japaner Hühnchenteile von Kentucky Fried Chicken. Schuld ist eine Werbekampagne aus den 1970ern mit dem Slogan „Kurisumasu ni wa Kentakkii!“ (Zu Weihnachten gibt es Kentucky!). Der Werbegag wurde zum landesweiten Ritual, das so beliebt ist, dass man bei KFC an Heiligabend Wochen vorbestellen muss.

Norwegen: Besen
rechtzeitig verstecken

Norweger glauben, dass in der Weihnachtsnacht böse Geister und Hexen unterwegs sind – und sich bevorzugt auf Haushaltsbesen schwingen. Deshalb verstecken viele Familien in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember alle Besen im Haus. Ein skurriler Mix aus Aberglaube und Festtagsritual.

Südafrika: Festschmaus mit Würmern

Was bei uns Weihnachtsplätzchen sind, sind in Südafrika Mopane-Würmer: eine proteinreiche Delikatesse, die in der Weihnachtszeit getrocknet und knusprig frittiert wird. Die farbenfrohen Raupen gelten als Festtagsschmaus und zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich der Begriff „ Genuss“ definieren lässt.

Katalonien: Holzklotz mit Nüssen füttern

In Katalonien hat man einen ganz besonderen Weihnachtsgast: den „Caga Tió“ – einen Holzklotz mit Gesicht, Mütze und Decke. Kinder „füttern“ ihn tagelang mit Nüssen und Süßigkeiten. Am Heiligabend wird er dann mit Stöcken geschlagen, damit er – der Name sagt es – „Geschenke kackt“. Eine Tradition, die garantiert für Lacher sorgt.

Mexiko: Piñata-Spaß und Radieschen-Krippe

Weihnachten in Mexiko beginnt schon am 16. Dezember. Ab da ziehen die Kinder an neun Abenden mit bunten Laternen und einer Piñata aus Pappmaché, von Haus zu Haus und stellen die Herbergssuche von Maria und Josef nach. Wenn ein Haus „Herberge“ gewährt, wird gefeiert: mit Musik, Süßem und Punch. Im mexikanischen Oaxaca gibt es noch eine andere schräge Tradition: Da findet am 23.12. die „Noche de Rábanos“ (Die Nacht der Radieschen) statt – ein Fest, bei dem Künstler Rettiche verkaufen, die kunstvoll zu Weihnachtsszenen geschnitzt wurden.

Spanien: Kohle für
Neugierige

In Spanien müssen die Kinder traditionell etwas länger warten, bis sie ihre Päckchen öffnen dürfen. Dort ist der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige, der eigentliche Weihnachtstag. Wer nicht brav war und schon vorher was ausgewickelt hat, erhält nur ein Stückchen Kohle – heute aber oft aus Zucker.

Italien: Wenn eine Hexe die Geschenke bringt

In Italien gibt es anstelle des Weihnachtsmanns eine hässliche (doch freundliche) alte Hexe mit dem Namen „La Befana“. Der Legende zufolge hielten die Heiligen Drei Könige auf der Suche nach dem Christuskind vor dem Haus dieser Hexe an, fragten sie nach dem Weg. Sie luden Befana ein, mit ihnen zu kommen, doch die Hexe hatte zu viel Hausarbeit zu erledigen. Später überlegte sie es sich anders, zog los, um den Kindern Spielzeug zu bringen. Das macht sie jetzt jedes Jahr am 5.1. (dem Vorabend des Heilig-Drei-König-Tags). Als Dank stellen Familien der Hexe einen Teller Wurst und Brokkoli vor die Tür.

Venezuela: zur Mette auf Rollschuhen

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas wird die Weihnachtsmesse am Morgen des 24. Dezember nicht zu Fuß besucht – sondern auf Rollschuhen. Ganze Straßen werden gesperrt, damit die Menschen sicher zur Kirche rollen können. Der Brauch ist so populär, dass viele Kinder in der Nacht auf 24.12. mit einem Stück Schnur am großen Zeh schlafen, das aus dem Fenster hängt: als Einladung an vorbeifahrende Skater, sie morgens unbedingt zu wecken.

Brasilien: Geschenke per Hubschrauber

In Rio de Janeiro liefert der brasilianische Weihnachtsmann die Geschenke auf besonders aufregende Weise aus: Statt mit dem Rentierschlitten schwebt Papa Noel über dem berühmten Maracanã-Stadion, einem der größten Fußballstadien der Welt, ein, um den Kindern eine Freude zu machen. Die stehen rund ums Stadion und beobachten mit leuchtenden Augen, wie der „Himmelsbote“ seine Gaben abwirft. JA./Holidayextras.com

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