Hier kommt der nächste Siebensitzer

von Redaktion

Im Alltagstest überzeugt der Volkswagen Tayron mit gutem Platzangebot und günstigem Verbrauch

Früher gab es Kombis und Vans. Heute gibt es die Siebensitzer. Auch Volkswagen hat mit dem Tayron nun einen Wagen mit dritter Sitzreihe im Angebot – wir fuhren die Langversion des Tiguan in der Ausstattung Elegance 2.0 TDI.

Lob: Der Raumriese kaschiert sein Potenzial optisch recht gut. Mit 4,79 Metern Länge ist er kürzer als manche Mittelklasse-Limousine und dank einer Breite von 1,85 Metern sowie der Höhe von 1,66 Metern wirkt er keinesfalls wuchtig. Den Designern ist es gelungen, dass der VW kaum auffällt und somit massentauglich ist. Hinterm Lenkrad fällt der Blick zuerst auf den riesigen zentralen 15-Zoll-Touchscreen, der aber nur im 2.640 Euro teuren Infotainment-Paket „Discovery Pro Max“ mit u. a. Head-up-Display enthalten ist. Die Bedienung ist dank fester Touchleiste für elementare Funktionen oben und für die Klimaanlage unten einfach und schnell adaptiert. Auf der Mittelkonsole ist dann noch ein großer Drehregler für Lautstärkenregulierung, Fahrprogramm und Ambientelicht. Langstreckenfahrten gerieten zum Vergnügen, dabei blieben wir meist deutlich unterhalb der Höchstgeschwindigkeit von 221 km/h und genossen entspanntes Kilometerfressen. Fahrten über Land- und Bundesstraßen bewältigte der allradgetriebene Tayron ebenfalls tadellos stabil und spurtreu, solange man nicht im Übermut versuchte, die 193 PS und das Drehmoment von 400 Nm auszureizen. Da kommt die Physik bei dem 1897 Kilogramm schweren VW bald an ihre Grenzen. Im Stadtverkehr sorgte die übliche Ausstattung mit Elektro-Piepsern und Kameras sowie der Wendekreis von 11,8 Metern für ganz entspanntes Vorankommen und problemloses Rangieren. Als Nutzfahrzeug verdiente sich der Tayron mit einer Zuladung von 653 Kilogramm und einem Kofferraumvolumen von maximal 1905 Litern gute Noten. Zu siebt waren wir nie unterwegs. Der Umbau geht zwar fix, aber der Zustieg auf die beiden Einzelsitze nach hinten ist eng und das Platzangebot für Beine und Kopf mäßig. Die Maximalbestuhlung gibt es nur gegen 950 Euro Aufpreis.

Kosten: Wir erzielten Werte ab 5,5 Liter pro 100 Kilometer. Bei zügiger zurückgelegten Strecken auf der Autobahn addierten wir einen bis eineinhalb Liter dazu. Unser VW Tayron Elegance 2.0 TDI steht mit 58 785 Euro in der Preisliste, mit diversen Sonderausstattungen addierte sich der Preis auf 71 495 Euro.

Kritik: Die Anordnung des Lenkstockhebels für Scheibenwischer sowie des Blinkers ist gewöhnungsbedürftig und nervt durch die unhandliche und fummelige Bedienung.

Fazit: Der VW Tayron ist in der von uns gefahrenen Version eine kraftvolle, aber auch nicht ganz billige Alternative zu dem inzwischen üppigen Angebot an Siebensitzern. VOLKER PFAU

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