Lange Wege, volle Straßen, Zeitdruck: Für viele Berufstätige ist der tägliche Weg zur Arbeit eine Belastung. Gut funktionierende Mobilitätsangebote können den Stress mindern, wie der ADAC aus den Beobachtungen bei einer Stichproben-Studie gelernt hat.
Die Experten des Clubs werteten in mehreren Regionen die Situation an Pendler-Hotspots aus – vor allem an Park-and-Ride-Anlagen (P+R), Parken-und-Mitfahren-Parkplätzen (P+M) sowie auf Radverkehrsstreifen und an Engstellen mit Reißverschlussverkehr. An P+R-Anlagen zeigte sich häufig eine sehr hohe Auslastung, teils bis an die Vollbelegung. Wo Stellplätze gut ausgestattet und ausreichend dimensioniert waren, fielen die Rückmeldungen der Pendler überwiegend positiv aus. Kritik gab es dort, wo Stellplätze zu schmal waren, Kapazitäten fehlten oder die Beleuchtung als unzureichend empfunden wurde. Nach Einschätzung des ADAC werden nutzerfreundliche Anlagen gut angenommen, könnten aber durch zusätzliche Stellplätze sowie bessere Beleuchtung, Markierungen und Videoüberwachung an Attraktivität gewinnen. Auch P+M-Plätze für Fahrgemeinschaften werden viel genutzt. Die befragten Pendler hoben insbesondere die Kostenersparnis und die Möglichkeit hervor, sich am Steuer abzuwechseln. Gleichzeitig monierten viele eine schlechte Ausleuchtung, mangelnde Sauberkeit oder zu enge Zufahrten. Eine bessere Ausstattung und ein dichteres Netz solcher Anlagen könnten die Akzeptanz weiter erhöhen. Beim Reißverschlussverfahren stellten die Beobachter überwiegend regelkonformes und rücksichtsvolles Verhalten fest. In allen untersuchten Regionen ließen Autofahrer häufig Lücken zum Einfädeln. Problematisch sei jedoch, dass Spurwechsel oft ohne zu blinken erfolgten, was im dichten Verkehr zusätzliche Risiken mit sich bringe. Im Radverkehr zeichnete sich auf den beobachteten Radstreifen insgesamt ein positives Bild: Blockaden durch Liefer- oder Parkfahrzeuge wurden nur vereinzelt registriert. Kritisch bleibt jedoch das Überholverhalten vieler Autofahrer. Häufig wurde der vorgeschriebene Mindestabstand unterschritten. HOLGER HOLZER/SP-X